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Candida_Vaginose

Vaginale Probleme durch Candida albicans

Du wirst deinen (Pilz-)Untermieter nicht mehr los?

Nicht nur im Sommer gerät unser – meistens unauffälliger – Untermieter „Candida albicans“ (weißer Hefepilz) außer Rand und Band. Wenn du mehr über Ursachen und Abhilfe wissen willst, dann ist der aktuelle Blogbeitrag richtig für dich.

Der Candida gehört zur „normalen“ Besiedlung von Haut und Schleimhaut, gilt jedoch als Hauptverursacher von Vaginalmykosen (Candidose). Seine „weiße“ Weste ist ziemlich verdreckt und klebt im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön an uns. Solange er allein oder in kleinen Gruppen lebt, kann er so gut wie keine gefährlichen Aktionen starten. Im Gegenteil, er greift sogar beim Verdauen der Nahrung hilfreich ein. Aber wehe, wenn sie sich zusammenrotten.

6 (Sex) + 1 Ursachen für Candida:

  • Antibiotika-Therapie => lässt Pilze wachsen. Die Antibiosen trockenen die „Abwehrbarriere“ Schleimhaut regelrecht aus
  • Feuchte Wärme => schwitzen im Intimbereich, Synthetikunterwäsche, Strings, hautenge Stretch-Jeans oder ständig benutzte Slipeinlagen sorgen für ideale Vermehrung
  • Hygiene =>„Ping-Pong-Effekt“ ein gegenseitiges Zuschieben der Pilze über Sex(toys), gemeinsame Nutzung von Handtüchern oder zu niedrigen Waschtemperaturen (mind. 60 Grad)
  • Zucker => Heißhunger auf Süßigkeiten bzw. Kohlehydratunverträglichkeit – unverbrauchter Zucker ernährt den Pilz (häufig „verlangt“ der Pilz über den Heißhunger seine Belohnung)
  • Immunsystem => pH-Wert-Veränderung als Frühwarnsystem (sauer ist abwehrbereit, basisch ist schwach), andere Abwehrschwächungen (Medikamente, Autoimmunerkrankungen, Allergien etc.)
  • Hormone => hormonelle Verhütungsmittel verändern die Schleimhaut und die Flora

+ Stress. Psychologischer Stress wirkt schädlich auf das Immunsystem des Körpers, das Verdauungssystem, die Hormone, verbraucht Unmengen an Vitalstoffen und verändert den Glucosestoffwechsel.

In seltenen Fällen kann auch eine Belastung durch Schwermetalle (Aluminium, Blei oder Cadmium) dazu beitragen. Sie blockiert viele Prozesse im Körper, reduziert wiederum die Abwehrleistung und verbraucht zusätzlich diverse Nährstoffe.

Wie alles beginnt:

Fast jede Frau leidet irgendwann einmal in ihrem Leben unter einer vaginalen Infektion. Das ist noch kein Beinbruch, schwierig wird es aber, wenn die Beschwerden ständig wiederkommen. Jetzt heißt es erstmal Ursachensuche!

Juckreiz, Ausfluss, Brennen und Schmerzen sind die ersten Alarmzeichen. Aber für was? Für Bakterien, Pilze oder „nur“ für trockene Vaginalschleimhäute (meistens hormonell bedingt wie unter der Anti-Baby-Pille, Spirale, Wechseljahre) oder vielleicht steckt eine Allergie oder gar eine Hauterkrankung im Intimbereich dahinter?! Das größte Übel ist die falsche Behandlung.

Wichtig ist es, den Unterschied zwischen einer bakteriellen Vaginose und der Candidose zu erkennen (lasse das gern vom/von Gynäkolog:in bestätigen).

Candida macht:

Starken Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Sex, erschwerte oder schmerzhafte Blasenentleerung, geruchslosen, weißlich-krümeligen Ausfluss, weißlichen Hautfilm, Rötung, Schwellungen im Vulvabereich ggfs sogar schon mit Einrissen.

Bakterien machen:

Unangenehm riechenden Ausfluss, dünner manchmal gräulichen oder grünlichen Ausfluss, Jucken und Brennen bis in den Unterleib hinein.

Wie wir sehen, gar nicht so einfach in der Unterscheidung. Aber schwerwiegend in der „falschen“ Therapie.

In Eigenregie versorgen sich Frauen schnell mit rezeptfreien Antipilzmitteln im Kombipack oder den bekanntenMilchsäurebakterien (Döderlein). Das funktioniert meist nur vorübergehend. Pilze lieben das saure Milieu, also bei akutem Befall – Finger weg davon. Pilze können einen Biofilm bilden und sich darunter verstecken. Jede „unnötige“ Therapie schwächt das Immunsystem, Pilze dringen tiefer in die Schleimhaut ein, verändern das Milieu und machen Tür und Tor auf für die Kameraden. Und werden ziemlich resistent.

Gut zu wissen:

Es gibt stärkere und schwächere Tage. Die Abwehr in Vulva und Vagina schwankt nämlich im Verlauf des Zyklus‘. Sie ist abhängig vom Östrogen besser gesagt vom Östriol – dem Schleimhautschutz-Hormon. Viele Frauen klagen daher im Klimakterium, in der Schwangerschaft oder unter Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva besonders häufig über Candidosen.

Die „Spielwiese“ von Candida albicans muss nicht immer (ursächlich) im Vaginalbereich zu finden sein, auch ein Befall des Darms, der Haut und Nägel ist häufig. Bei diffusen Beschwerden wie Migräne, Abwehrschwäche, Konzentrationsschwäche, „brain-fog“, chronische Müdigkeit und Stimmungsschwankungen sowie Gewichtsproblemen, sollte man auch an Candida denken.

Durch seine massive Sporenbildung behindert der Pilz wichtige Zufahrtsstraßen für Nährstoffe. Außerdem verbraucht er ziemlich viel Energie, die z. B. der Darm dann nicht mehr für die Verdauung zur Verfügung hat. Stuhlveränderungen, Blähungen sind das Ergebnis, sogar wichtige Entgiftungsfunktionen werden behindert. Bei vielen Patient:innen tritt dann das berühmte leaky gut auf (= die Barrierefunktion der Schleimhaut des Dünndarms gestört ist. Infolgedessen können Bakterien und Toxine aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und systemische Entzündung fördern und die Abwehr schwächen). In meinem Blog findest du wertvolle Infos zum Thema „Darm“.

„Andrea, erklär mal bitte…“ werde ich häufig gefragt: „Wie kommt es durch Candida zum Gedankennebel (brain-fog)?

Es geht um das giftige Stoffwechselprodukt Acetaldehyd. Der Hefepilz produziert es am laufenden Band und setzt weitere Chemikalien wie Ammoniak und Harnsäure frei. Beginnt der Pilz mit seinen Wurzeln tiefer in die Schleimhäute zu dringen, kann deine Leber das Acetaldehyd nicht mehr verarbeiten. Die Giftstoffe erreichen dann irgendwann das zentrale Nervensystem und das Gehirn.

10 Tipps, was du tun kannst:

  • Achte auf eine ausreichende Vitalstoffzufuhr von Kupfer, Zink, Natrium, Kalium und Vitamin D, Vitamin E, Omega 3 Fettsäuren
  • Verzichte auf übertriebene Hygiene und Slipeinlagen. Intimrasur kann reizend wirken.
  • Nutze Milchsäurebakterien wenn die Abwehr schwach ist (parallel zur Antibiotikum-Einnahme, nach der Periode und nach dem Geschlechtsverkehr) ABER bei einer akuten Pilzinfektion ist es sinnlos und kontraproduktiv
  • Pflege deine sensiblen Schleimhäute mit pflanzlichen Produkten wie Taubnessel, Ringelblume, Zaubernuss.
  • Wehre Feinde ab mit Aromaölen wie Lavendel, Oregano, Knoblauch und Majoran
  • Prüfe im Hormonspeicheltest, ob du einen Mangel an Östriol hast
  • Wenn schon, denn schon… rotte den Pilz komplett aus (Darmsanierung, ggfs orale Antipilzmittel)
  • Reduziere deinen Stress (hohe Kortisolwerte schwächen das Immunsystem)
  • Ernähre dich basisch
  • Rede offen mit deinem(r) Partner:in über das Thema

Ach und welche Rolle spielt die Psyche?

Ich sehe in jeder körperlichen Erkrankung auch stets die psychosomatische Seite. Im Fall der Candidose würde ich nicht direkt den Erreger „befragen“, sondern eher warum es einen Mangel an Energie im Beckenbereich gibt, der dann zu einer Schwächung der Abwehr führt. Energetisch wohnt hier nämlich unser Selbst-Wert-Gefühl, exakt also in der Region unserer Vaginalschleimhäute, die seelische Verletzung in Form schlecht oder nicht heilender Entzündungen widerspiegeln kann. Viele Frauen berichten mir von starken „inneren Kritikern“, Selbstbeschimpfungen, Abwertungen, Perfektionismus etc. All das hinterlässt deutliche Spuren von Negativität in Körper, Geist und Seele. So sind die tiefsitzenden Glaubenssätze vergleichbar mit tief sitzenden Pilzsporen.

Der Pilz legt ein Netz an Wurzeln und gräbt sie tief in den Boden. Vielleicht besteht hier noch ein weiterer psychosomatischer Zusammenhang: Fehlt der Frau die Erdung, die Verwurzelung? Oder fühlt sie sich gar zu stark verflochten in Beziehungen, kann alte Verbindungen nicht kappen?

In jeder meiner Behandlungsansätzen versuche ich psychosomatische Impulse mitzugeben. Denn nur so kann eine ganzheitliche „Behandlung“ erfolgen.

Fazit: Bestehe auf eine „richtige“ Diagnose, Erreger können ähnliche Symptome machen, bedürfen aber einer anderen Behandlung. Häufig ist gar kein Erregerbefall zu finden, sondern die Trockenheit ist die Verursacherin allen Übels. Hier ist eine pflegend-aufbauende ggfs. hormonelle Therapie nötig.

Mache dich mit mir auf Weg zu deiner Ursache und nimm die Hilfe der Naturheilkunde in Anspruch.

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