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Sitzdampfbad – wenn’s brennt und juckt

Vagina Steaming – oder einfacher (altmodischer) gesagt das Sitzdampfbad für die Intimzone.

Beleuchten wir diesen „neuen“ Trend aus Amerika.

Was ist neu? Nur der Name – klingt aber auch wirklich hip.

Was steckt dahinter? Altbewährte und wirksame Kräutermischungen bedampfen sanft die Intimzone. Das vaginale Dampfbad ist einige hundert Jahre alt und wird bis heute in vielen asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Kulturen angewendet.

Wofür wird es angewandt? Zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, zur Bekämpfung von Erregern, zur Krampflösung während der Periode oder vor dem Sex. Es lindert Schmerzen bei Schleimhautentzündungen und wirkt desinfizierend bei Harnwegsentzündungen. Der amerikanische Trend geht mir allerdings etwas zu weit, denn er verspricht eine Reinigung der Vagina. Warum soll das nötig sein? Unsere Vagina braucht keine Hilfe, sie reinigt sich ganz von selbst. Im Gegenteil, bei zu intensiver Intimpflege zerstören viele Frauen ihren schützenden vaginalen pH-Wert. Die Milchsäuren gehen verloren (wie auch bei Antibiotika und Antipilzmittel-Therapien) – Erreger haben leichtes Spiel.

Sitzdampfbäder sind immer eine wahre Wohltat.

Wunderbar lockern die warmen Dämpfe die Beckenbodenmuskulatur, entspannen und fördern die Durchblutung der Geschlechtsorgane. Eine meiner Empfehlungen für Frauen mit Vulvodynie (Missempfindungen und Schmerzzustände – auch beim Geschlechtsverkehr – im Bereich der äußeren, primären Geschlechtsorgane einer Frau, für die oft keine erkennbaren Ursachen gefunden werden können).

Das Sitzdampfbad kann vor allem für Frauen sinnvoll sein, die während ihrer Periode unter Krämpfen im Unterleib leiden, beim Liebesakt öfters verkrampfen und so keine Lust auf Sex haben oder eine sehr trockene oder leicht gereizte Scheide haben, wie in den Wechseljahren.

Wie funktioniert es? Ganz im Trend mit einem „Bidet-to-go“ oder einer Sitzbadewanne (über Apotheke, Sanitätshäuser oder im Internet). Es klappt aber auch mit einem normalen Behältnis aus dem Küchenschrank.

Bringen Sie für das Intim-Dampfbad zwei bis drei Liter Wasser zum Kochen und fügen Sie danach eine Auswahl an frischen oder getrockneten Kräutern und Blüten hinzu. Der Kräutersud sollte noch einmal zehn Minuten köcheln und danach etwas abkühlen. Füllen Sie das noch heiße Kräuterwasser in das Behältnis. Bitte achten Sie auf Verbrühungsgefahr.

Wenn Sie eine Schüssel, einen Topf oder einen Eimer benutzen, platzieren Sie das Gefäß beispielsweise unter einer Stuhlkante oder einer anderen Sitzgelegenheit. Unterwäsche ausziehen und so auf der Stuhlkante Platz nehmen, dass sich die Vagina über dem Kräutersud befindet. Die Position sollte bequem sein. Wickeln Sie sich dann eine Decke oder ein großes Handtuch um Taille und Schoß, sodass es bis zur Schüssel hinunterreicht und eine Art Zelt bildet – ähnlich wie bei einem Erkältungs-Dampfbad. So können die Kräuterdämpfe nicht entweichen. Für 20 bis 30 Minuten in dieser Position verweilen, damit der Dampf in die aufsteigen und die Intimzone „behandeln“ kann.

Neigen Sie zu Pickeln oder eingewachsenen Härchen in dieser Region? Auch hier hilft das Steaming.

Welche Kräuter für Ihr Gesundheit am besten geeignet sind, erfahren Sie in einem Beratungsgespräch in meiner Praxis.

Hier ein paar generelle Empfehlungen:

Lavendel beruhigt, Thymian wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, Schafgarbe ist krampflösend.

Ringelblume pflegt und baut Spannungen ab. Rosmarin hat eine durchblutungsfördernd Wirkung. Taubnesselkraut und Rose pflegt wunde Schleimhäute. Mein Tipp: das Frauenmantelkraut darf nicht fehlen, es unterstützt den Zyklus und umgibt jede Frau mit Schutz. Gönnen Sie sich gleichzeitig eine Tasse der Kräuter, für Ihr inneres Wohlbefinden.

Bei Naturprodukten besteht die Gefahr einer Allergie.

ACHTUNG: Bei Pilzinfektionen ist das Verfahren nicht geeignet, denn durch die Wärme und Feuchtigkeit wird das Wachstum gefördert. Wenn Sie schwanger sind, oder sich in einem IVF oder ICSI Zyklus befinden, meiden Sie bitte das Steaming.

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