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Histamin und Östrogen

Über was schreibe ich heute? Und warum dieser Artikel?

Viele meiner Patientinnen haben in Zeiten hormoneller Schwankungen (PMS, Prämenopause, nach dem Pille-absetzen) und während der Menstruation das Gefühl, manche Lebensmittel nicht mehr gut zu vertragen, berichten von Krämpfen und sogar Schweißausbrüchen, diffusem Brennen im Körper oder Migräneschüben.

Hier denke ich (auch) an Histamin.

Histamin was ist das eigentlich?

Histamin ist ein natürlicher Stoff, der in unserem Körper als Gewebshormon und Neurotransmitter wirkt. Die so genannten Mastzellen (Teile unseres Abwehrsystems) setzen bei Bedarf Histamin frei z. B. um körperfremde Stoffe abzuwehren.

Histamin kann diverse allergische Reaktionen auslösen, die bekanntesten sind Hautausschlag und Juckreiz, Luftnot und Bauchschmerzen.

Das kommt daher, dass sich diese Mastzellen vor allem im Magen-Darm- Trakt, auf der Haut und in der Lunge befinden, aber eben auch in der Gebärmutter und den Eierstöcken.

Zu viel Estradiol setzt Histamin frei

Es ist recht häufig, dass Frauen zu bestimmten Zeiten im Leben an einer Östrogendominanz leiden, die dann eine Mastzellenaktivierung auslösen kann. Das alleine wäre ja schon ungünstig, darüber hinaus schwächt Östrogen das Enzym DAO (Diaminooxidase), das für den Histaminabbau benötigt wird!

Das führt bei Frauen gern dazu, dass eine bestehende Östrogendominanz „allergische“ Reaktionen in Gang setzt.

Neben den o.g. typischen Beschwerden im Darm und auf der Haut, kommt es zu Kopfschmerzen, Unterleibskrämpfen, ja sogar zu Juckreiz in der Vagina, Brennen beim Wasserlassen, Hitzewallungen (Flush) und Herzstolpern.

Eine Östrogendominanz verstärkt nicht nur eine bestehende Histamin-Unverträglichkeits-Reaktion sondern kann diese sogar auslösen!

Ich spreche bewusst nicht von einer Histaminintoleranz, obwohl der Begriff ständig verwendet wird. Was gemeint ist – der Körper reagiert auf eine erhöhte Menge an Histamin mit Unverträglichkeitsreaktionen. Und da gibst du mir doch recht, dass es „unnatürlich“ wäre, dass der Körper einen eigenen Stoff ausschüttet, auf den er dann allergisch reagiert. Und eine Histaminintoleranz ist auch keine Allergie. Vielmehr liegt im Körper ein Histamin-Ungleichgewicht vor: Es hat sich mehr Histamin angesammelt als abgebaut werden kann.

Wichtig zu wissen:

  • Östrogen (und zwar das Östradiol) schüttet Histamin aus
  • Histamin erhöht das Östradiol (es stimuliert die Eierstöcke, mehr Östradiol zu produzieren)

Ein Teufelskreis beginnt.

Ja, die Schilddrüse hängt auch wieder mit drin. Sie reagiert nämlich besonders empfindlich auf Unverträglichkeiten.

Bemerkbar macht sich dies unter anderem, wenn deine Schilddrüse „scheinbar“ gut eingestellt ist (mit Medikamenten) und du weiterhin Symptome hast, wie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Herzrasen, Panikattacken und Angststörungen. Und wenn deine Schilddrüse noch nie kontrolliert wurde, wird es spätestens jetzt Zeit.

Auch wenn es schwer fällt: Eliminationsdiät

Verbesserung bringt hier die sogenannte „Eliminationsdiät“, d. h. histaminhaltige Lebensmittel eine Zeitlang weglassen und beobachten, was sich ändert oder verbessert.

Die Eliminationsdiät sollte mindestens über 2 Zyklen durchgeführt werden. Du willst lieber auf Nummer sicher gehen? Dann kannst du in der Praxis für Frauengesundheit deinen Histamin-Metabolismus prüfen lassen.

Hier bekommst du einen guten Einblick über 2 Abbauwege. Neben der DAO lasse ich nämlich auch das Enzym HNMT messen, der zweite wichtige Abbauweg.

Lass auch deinen Darm checken!

Geht es doch im Wesentlichen um das Ungleichgewicht zwischen anfallendem Histamin und dessen Abbau. Und leider gibt es im Darm auch kleine Bakterien, die selbstständig Histamin produzieren (z. B. E-Coli; Clostridien etc.)

Fassen wir die Ursachen für die „Histaminintoleranz“ zusammen:

  • Eine zu hohe Histaminanhäufung im Darm
  • Ein vermehrte Histaminzufuhr über die Nahrung
  • Eine zu geringe Diaminooxidasekonzentration (DAO), die im Dünndarm gebildet wird und Histamin abbaut
  • Die Hemmung der DAO-Aktivität durch Nahrungsmittel und Medikamente (z.B. Psychopharmaka)
  • Alkoholische Getränke, Energy Drinks und Kakao. Sie enthalten im Allgemeinen viel Histamin, hemmen die DAO
  • Eine Östrogendominanz

Die Darmgesundheit spielt in diesen Zeiten sowieso eine tragende Rolle, nicht nur als Wurzel der Gesundheit, für die Nährstoffaufnahme, die Abwehrleistung, Reduktion von Entzündungen, sondern auch für eine Hormonbalance. So kann das Mikrobiom dem Körper dabei helfen, zu viele Östrogene abzubauen und fehlende aufzubauen.

Darüber hinaus fördert eine gestörte Darmflora und eine durchlässige Schleimhaut (leaky gut) ihrerseits Allergien, Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und Autoimmunerkrankungen.

Lass deine Hormone checken

Finde heraus, ob du an einer Östrogendominanz leidest. Häufig geht damit automatisch ein Progesteronmangel einher.

Progesteron ist ein weiteres weibliches Hormon und ein sehr wichtiges dazu.

Progesteron

  • Verhindert einen Östrogenüberschuss
  • Wird auch das Wohlfühl-Hormon genannt
  • Hemmt die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen

Führe Cofaktoren zu

Vitamin C kann den Histaminspiegel deutlich senken und die Beschwerdesymptome verbessern. Unterstützend beim Abbau des Histamins durch die Diaminoxidase wirkt auch Vitamin B6 und Zink.

Schau mal hier: https://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/?option=com_content&view=article&id=48&Itemid=176

https://drjacobs.de/de/wissen/indikationen/histaminintoleranz.html

Bild: Pixabay

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

    1. Vielen Dank liebe Claudia einmal für dein Lob und einmal für deine Weiterleitung, damit noch mehr Frauen Aufklärung erhalten und ihren Körper verstehen lernen. Gesunde Grüße Andrea

  1. Wunderbar informativer Blogbeitrag. Erkenne Selbsterlebtes und mittlerweile, Dank Deiner Hilfe, Gelöstes. Dennoch wird es mal wieder Zeit für einen Check. Gut, dass Du Dich speziell um unsere Frauengesundheit kümmerst und Dich und damit und, immer wieder auf dem neuesten Stand hältst.
    Liebe Grüße
    Simone

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