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Kaiserschnitt, wirklich so kaiserlich für alle Beteiligten?

Immer mehr Frauen entbinden heute per Kaiserschnitt. Wie der Name schon sagt, er sollte nicht von jeder Frau als planbare Entbindungsmöglichkeit in Erwägung gezogen, sondern als Notfall-Operation gesehen werden. Warum wird der Königsweg so häufig gewählt? Es gibt medizinische Gründe: der Mutterkuchen liegt vor dem Geburtskanal und versperrt den Durchgang, das Kind liegt quer oder mit dem Po nach unten oder ist im Verhältnis zum Becken der Mutter zu groß, während der Wehen werden die Herztöne schwach u.v.m. Aber warum äußern Frauen immer mehr Angst vor der normalen Geburt. Tragen die vielen Vorsorge-Untersuchungen und das Internet dazu bei? Manche Ärzte raten zum Schutz des Beckenbodens schon von sich aus der Frau zum Kaiserschnitt. Ich möchte mit diesem Beitrag keine Ängste schüren, aber ich möchte zu einem bewussteren Umgang mit dem Thema „Kaiserschnitt“ aufrufen. Erfahrene Hebammen sind der Frau eine wichtige Gesprächspartnerin.

Jane B. English beschreibt in ihrem Buch „Different Doorways – Adventures of a Caesarean Born“ schon 1985, dass chirurgisch entbundene Menschen eine andere Art des „Auf-der-Welt-Seins“ erleben. Schnittgeborenen erscheine ihr Leben als „ungeboren“. Ihre Geburt dauere an. Wenn eine Geburt nicht natürlich vonstatten ginge, fühle sich das Kind für sein Leben nicht verantwortlich. English beschreibt auch besondere Talente der Schnittgeborenen: Sie wüssten häufig, wie man Barrieren überwinde und aus festen Strukturen ausbreche. Allerdings fehle ihnen häufig das Spüren der eigenen Grenzen, der Hunger nach Kontakte bliebe und mache sich in diverseren Persönlichkeitsstörungen fest.

Rudolf Steiner spricht in der anthroposophischen Menschenkunde von der Sinneslehre. Der Geburtsvorgang spreche besonders die Sinne des Fühlens, der Haut an. D.h. Menschen prägen darüber das Wohlbefinden in der eigenen Haut, die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und ihre innere Stabilität. Um diesen Sinn zu fördern, empfehle ich Eltern besondere Baby-Massagen z. B. mit Malvenöl. Die Malvenblüten wirken speziell auf den Wärmeorganismus, harmonisieren und stellen das innere Gleichgewicht her. Für alle Beteiligten stellt die Massage eine Atmosphäre von Wärme und Vertrauen her.

Ein Schock für beide?!

Nicht nur der Kaiserschnitt, sondern jede eingeleitete Geburt bedeuten für das Ungeborene einen Eingriff in seinen eigenen Lebensrhythmus. Viele Experten folgen der Theorie, dass das Ungeborene die Geburt durch die Ausschüttung von Hormonen (Cortisol) aus seiner Nebenniere selbst auslöse. In enger Zusammenarbeit mit dem weiblichen Östrogen, welches die Wehentätigkeit stimuliert, tritt das Kind in eine Kommunikation mit der Mutter, um den richtigen Zeitpunkt für seine Geburt auszuwählen.

 

Wird die Geburt von außen ausgelöst, kann dies ein Schockerlebnis (für beide) darstellen. Die Harmonie von kindlichem und mütterlichem Organismus und die Stresstoleranz des Kindes könnten zukünftig beeinträchtigt werden. Für mich als ganzheitlich denkende und arbeitende Therapeutin kommt die Frage nach der Geburt in der Wahrnehmung und Krankheitsdisposition eine große Bedeutung zu.

Wissenschaftlich belegt ist, dass auch die Mutter nach einem Kaiserschnitt häufig psychologisch aufgefangen werden muss. Gerade Frauen, die alles perfekt meistern wollen und dann bei dieser Geburtsform „versagen“, plage ein starkes Schuldgefühl. Sie fühlen sich vom Leben enttäuscht und ziehen sich mit diesen Gefühlen zurück. Oft leidet zudem die Partnerschaft. Psychosomatische uro-genitale Beschwerden können hier ihren Ursprung finden.

Ich betreue Frauen in schwierigen Lebensphasen, auch nach der Geburt mit Schüssler Salzen, Bachblüten und anthroposophischer Medizin aber auch mit vertrauensvollen Gesprächen von Frau zu Frau.

Lesen Sie auch meinen Beitrag zur naturheilkundlichen Behandlung von Narbenbeschwerden (seelischen und körperlichen)

Eine weitere Buchempfehlung: Michel Odent „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“.

Andrea Mohr

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