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Hormone und Migräne

Migräne = weiblich?!

Ich widme diesen Blogbeitrag einmal mehr der Migräne. Denn gerade in diesen Tagen stehen Nackenverspannungen, fehlender sportlicher Ausgleich und psychische Belastungen besonders hoch im Kurs für die verschiedenen Kopfschmerzarten.

Für die Migräne ist ein hormonelles Ungleichgewicht eine der häufigsten Verursacher. In meiner Therapie berücksichtige ich darüber hinaus auch alle weiteren Zusammenhänge, die nicht so offensichtlich sind: Entzündungen (silent inflammation), Nährstoffmangel, Mitochondrienstörung, Darmstörungen (Unverträglichkeiten, Histamin) und Neurotransmitterstörungen (https://praxis-frauengesundheit.de/migraene-und-200-verschiedene-arten-von-kopfschmerzen/)

Allein schon die Tatsache, dass Frauen häufiger von Migräne betroffen sind, legt die Vermutung eines hormonellen Zusammenhanges nah.

Zyklusbetrachtung gibt Aufschluss

  • Verstärkte Kopfschmerzen zeigen sich am Beginn der Menstruation durch einen Abfall aller Hormone. Warum leiden viele Frauen unter der Einnahme der Antibaby-Pille an verstärkter Migräne, insbesondere in der Pillenpause? Ein ähnlicher Zusammenhang: Der Abfall, oder soll ich lieber sagen, der Entzug der Hormone sorgt für die Attacke.

Übrigens die WHO rät bei Migräne von der Pille ab, da möglicherweise das Schlaganfallrisiko erhöht sein kann.

  • Leiden Sie vermehrt in der 2. Zyklushälfte, dann könnte ein Progesteronmangel vorhanden sein. Aber auch in der 1. Zyklushälfte berichten Frauen von Anfälle – durch ein Östrogenungleichgewicht (sehr häufig). Um den Eisprung zeigt sich die “Hormon-Migräne“ selten. Ein Hormontest kann hier Klarheit bringen.

Wußten Sie, dass die Verarbeitung schmerzhafter Reize im Gehirn durch Östrogen und Progesteron mit beeinflusst wird. Das sorgt dafür, dass Frauen im Zyklus unterschiedlich auf Stress reagieren. Manche Frauen sind nicht so belastbar, neigen zu Infektionen und Stimmungsscshwankungen.

Erschwerend kommt bei der „hormonellen“ Migräne eine erhöhte Histaminbelastung (Blogbeitrag hierzu https://praxis-frauengesundheit.de/histamin-eine-unvertraeglichkeit-mit-brennenden-symptomen/) bei vorhandener Östrogendominanz hinzu. Die Spirale nimmt also kein Ende.

Hormonelle Dysbalancen und Blutzuckerschwankungen stehen eng zusammen und hoch im Kurs bei Frauen. Denn unregelmäßige Mahlzeiten und das fehlende morgendliche Frühstück stresst den Körper. Wirken Sie dem entgegen mit Leberwickel, basenreiche Ernährung, frei von Industriezucker vor allen Dingen alle 4-5 Stunden eine Mahlzeit sowie einer ausreichenden Trinkmenge von mind. 2 l Wasser und ungesüßtem Tee.

Ein sinnvoller Ansatz ist auch die unterstützende Substitution von Vitalstoffen wie Coenyzm Q10, Magnesium und B-Vitaminen.

Und wie hilft die Natur?

Pflanzlich kommt besonders als Schmerzlinderin und pflanzliche Heilerin – das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) – in Frage. Sinngebend ist alleine schon der Name. In früheren Zeiten nämlich kam das Kraut in der Frauenheilkunde zum Einsatz. Hildegard von Bingen nutzte die Blätter der Pflanze bei „Eingeweide-Leiden der Frau“.

Es treibt die Regelblutung an, reguliert den Menstruationszyklus und fördert den Einsprung. Mutterkraut stärkt die Gebärmutter während einer Geburt und unterstützt den Vorgang der Nachgeburt. Die „verkrampfte“ Stimmung im Rahmen des „Prämenstruellen Syndroms“ (PMS) ist ein weiteres Einsatzgebiet.

Häufig finde ich bei diesen Symptomen auch einen Progesteron-Mangel, der pflanzlich in Kombination mit Rainfarn und Mutterkraut diesem entgegen wirkt.

Ich nutze das Mutterkraut häufig bei Periodenschmerzen. Hier kommt der Zusammenhang zwischen Gebärmutterkrämpfen und Migräne: Nämlich die gefäßerweiternde, entzündungshemmende, beruhigende, durchblutungsfördernde und eben krampflösende Wirkung.

Die Verwendung erlebt aber den Wieder-Aufschwung, des fast in Vergessenheit geraten Mutterkraut, durch die vorbeugende Wirkung bei Migräne. Bei der Entstehung spielen ja, wie nun bekannt, Entzündungen, Gefäßkrämpfe (-spasmen) und Hormone eine große Rolle – so liegt das Mutterkraut auf der Hand. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Sesquiterpene im Mutterkraut eine histaminbedingte Erweiterung der Blutgefäße verhindert. Wir kennen ja den Zusammenhang zwischen „allergischen-histaminbedingten“ Reaktionen bei Migräne.

Nutzen Sie die Pflanze langfristig (3-6 Monate) als Prophylaxe.

Bei Ihnen tritt die Migräne erst seit den Wechseljahren auf, die von Schwindel begleitet wird? Dann wäre die Traubensilberkerze (Cimicifuga) eine Möglichkeit. Hier könnte nämlich der Östrogenmangel mit verantwortlich sein. Cimicifuga wirkt östrogen-ähnlich.

Oder tritt „Ihre Migräne“ verbunden mit Kummer, Stimmungschwankungen und Angst auf? Dann empfehle ich das Alpenveilchen (Cyclamen). Ein weiterer Hinweis für das Alpenveilchen sind stechende Schmerzen im Schläfen- und Stirnbereich, oft verbunden mit Sehstörungen.

Meine ergänzende Therapieverfahren bei Migräne sind:

Darm-Check, Neurotransmitter-/Cortisol-Test bei Stressbelastungen, Histamin-Kontrolle bei Allergie-Verdacht, Hormon-Testung bei Zyklusbeschwerden.

Viele meiner Patientinnen setzen bei Migräne erfolgreich zusätzlich ein: Meditation, Yoga für einer Balance zwischen An- und Entspannung, Ernährungsumstellung (z.B. keine Kuhmilch-Produkte mehr) und Osteopathie.

Migräne ganzheitlich behandeln. Lassen Sie sich eine Therapie in meiner Praxis gern durch den Kopf gehen.

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