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Schlafstörung

…wenn die Nacht zum Alptraum wird

Frauen leiden vermehrt an Schlafstörungen. Wer kennt das nicht – die Frau berichtet im Bett noch vom Tag, aber der Partner reagiert schon nach kurzer Zeit nicht mehr – eingeschlafen, nach gefühlt einer Minute?! Frauen können häufig schlecht einschlafen, Männer leiden hingegen eher an Durchschlafstörungen. Daran ist die Evolution schuld. Die Frau reagiert als „Mutter“ wesentlich empfindlicher auf Geräusche und die Anwesenheit/Bewegungen des Bettpartners. Der Mann kann erst richtig entspannen, wenn er nicht alleine ist. Im Schutz der Gruppe fühlt er sich sicher und geborgen.

„Lieber schlecht, als alleine schlafen“, sagen sich Frauen, das aber hilft dem Körper nicht, sage ich. Denn unausgeschlafen sind wir Frauen reizbarer, lustloser und (infekt)anfälliger. Langfristig ist weiterhin mit Beschwerden zu rechnen:

  • Übergewicht
  • Frühzeitiger Alterung
  • Abnahme von Kreativität, Leistungsvermögen und Antrieb
  • Herzerkrankungen
  • Zyklusbeschwerden
  • Verdauungsstörungen
  • Migräne
  • u. v. m.

Die Medizin unterscheidet sekundäre und primäre Schlafstörungen:

Sekundäre Schlafstörungen treten als Begleiterscheinung diverser Grunderkrankungen auf (organisch, neurologisch oder psychiatrisch bedingt). Hier gilt: Behandele die ursprüngliche Krankheit und die Schlafstörungen verschwinden. Achtung! Auch Medikamente verursachen Schlafstörungen, insbesondere Psychopharmaka (Antidepressiva), bestimmte Antibiotika, wie bspw. Chinolonen, sowie Betablocker, Schilddrüsenhormone und orale Kontrazeptiva.

Viel häufiger sind die komplexen, primären Schlafstörungen, die aus individuellen Faktoren entstehen. Diese sind möglicherweise eine erhöhte körperliche Anspannung und Übererregtheit oder erlerntes Fehlverhalten sowie emotionale und hormonelle Schwankungen.

Als Hormonexpertin sind für mich die Vorgänge auf hormoneller Ebene in der Nacht besonders erwähnenswert

  • Zeitgleich mit den Tiefschlafphasen werden Wachstumshormone ausgeschüttet
  • Gegen Mitternacht steigen die Werte von Testosteron und Melatonin an, welche uns „in den Schlaf begleiten“
  • Der Leptinspiegel ist gleichfalls erhöht und sorgt dafür, dass kein Hungergefühl entsteht
  • Gegen vier Uhr morgens steigt die Cortisolausschüttung an und leitet das Ende der Nachtruhe ein

In meiner Praxis schaue ich mir drei Lebensabschnitte genauer an, die unterschiedlichen Einfluss auf Schlafstörungen haben können.

Bei jungen Frauen stehen psychosoziale Ursachen im Vordergrund, Schulstress, Prüfungsangst aber auch Jetlags (auch Party-bedingt) und Schichtarbeit. Der Rhythmusverlust ist für den weiblichen Körper besonders belastend und wirkt sich häufig sogar auf die Menstruation negativ aus. Denn nichts ist so rhythmisch wie unser Zyklus. Ich unterstütze Sie gern beim Zurückfinden in Ihren persönlichen Rhythmus. In der Behandlung greife ich u. a. auf dem Schatz der Naturheilkunde (speziell der Anthroposophie) zurück, die besonderen Wert auf Rhythmisierung bei der Herstellung legt. Zum Einsatz kommen bspw. Komplexpräparate mit

Bryophyllum – die Keimzumpe

Sofern Unruhe und Erregungszustände speziell bei hormonellen Dysbalancen im Vordergrund stehen

Nux vomica – die Brechnuss

Bei Durchschlafstörungen, wenn Überarbeitung, Nachtarbeit und ungesunde Lebensweise zusammen kommen

Die beiden Metalle Silber und Gold spielen bei der Bekämpfung von Schlafstörungen aufgrund Rhythmusverlustes eine bedeutende Rolle. Aurum (Gold) ordnet man in der Spagyrik der Sonne zu. Solche Kräfte fördern Prozesse, welche im menschlichen Organismus während des Tages aktiver sind als nachts. Argentum (Silber) trägt lunare also mondhafte Kräfte. Diese Ausrichtung fördert Prozesse, welche im menschlichen Körper nachts aktiver sind als am Tag. Die Therapie versucht so den außer Takt geratenden Rhythmus umzustimmen.

Ich sehe hauptsächlich Frauen im mittleren Alter, die sich hormonellen Umbruchphasen stellen müssen. Häufig sind diese Phasen begleitet von Angst, Überforderung und Burn-out (= Nebennierenschwäche), die daraufhin maßgeblich zur Schlaflosigkeit beitragen.

Eine hormonelle Testung mit anschließender Therapie ist Teil meiner Behandlung. Die ergänzende regulative Therapie mit Pflanzen stützt sich bspw. auf

Humulus Lupus – der Hopfen

Bei Kummer und Gedankenkreisen, auch bei Schlafstörungen vor der Menstruation

Artemisia vulgaris – der Beifuß

Falls zu viele äußere Einflüsse die Sinne überreizen, regt die Östrogenproduktion an

Schlafstörungen bei Frauen fortgeschrittenen Alters nehmen einen hohen gesundheitlichen Stellenwert ein, da unser Körper nachts die nötige Regeneration durchführt. Oft zeigt mir ein Blick auf Organuhr, welche Schwäche sich zeigt.

Hier ein Beispiel: Zwischen 1 und 3 Uhr ist Leberzeit. Dann findet die größte Entgiftungsleistung statt. Zwischen 3 und 5 Uhr ist Lungenzeit. Der Körper wird mit Sauerstoff versorgt, Schlacke abtransportiert und gereinigt. Der Dickdarm als Organ der Ent-Lastung steht am Ende dieses Entgiftungsprozesse zwischen 5 und 7 Uhr.

Pflanzlich spielen in diesem Lebensabschnitt zwei Mittel eine große Rolle:

Passiflora incarnata – die Passionsblume

Als Krampflöserin wirkt sie bei Nervosität, Ängsten und Stress ausgleichend

Valeriana officinalis – die Baldrianwurzel

Bei psychischer Labilität und nächtlichem Schwitzen bringt sie den Schlaf-Wach-Rhythmus zurück, wirkt auch konzentrationsfördernd

Die ganzheitliche Betrachtung sieht neben der Medikamenteneinnahme mehr vor: die Ordnungstherapie.

Mir geht es nicht darum, den Tagesablauf der Patientinnen exakt durch zu takten, sondern einen Rahmen zu erarbeiten, der möglichst im Einklang mit dem persönlichen Biorhythmus steht. In Bezug auf die Ernährung sollen saisonale und regionale Lebensmittel bevorzugt werden, wobei auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine entscheidende Rolle spielt. So weiß man heute, dass der menschliche Magen ab 19 Uhr eine Verschnaufpause braucht. Wir erinnern uns an die Organuhr und den körpereigenen Rhythmus.

Übrigens ein Darm-Check (über meine Praxis) gibt Auskunft über die Verdauungsleistung von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.

Als weitere Maßnahme rege ich an, dass schlaflose Patientinnen, die zu Grübeleien neigen, den Tag bereits nach dem Abendessen und nicht erst im Schlafzimmer Revue passieren lassen. Was war gut und was war schlecht? Was möchte ich davor am nächsten Tag zum Positiven hin verändern?

Und für den Fall, dass Ihnen im Bett doch noch etwas Wichtiges einfällt, legen Sie sich einen Notizblock auf den Nachttisch, um darin Ihre Gedanken festzuhalten. So vergessen Sie ihn zwar nicht, aber können diesen zunächst einmal abhaken. Mein Mantra ist in solch einer Situation stets: „Morgen ist ein neuer Tag, jetzt im Moment kann ich sowieso nichts mehr ändern“

Die Frage sollte also nicht sein „Wie war die Nacht, sondern wie war Ihr Tag“

Da ich häufig von Patientinnen zu Melatonin-Präparaten gefragt werden, möchte ich dies hier abschließend aufgreifen.

Melatonin –  das Schlafhormon. Die Einschlafbereitschaft soll durch das Neurohormon Melatonin erhöht werden. Aber der Wirkstoff Melatonin ist nur eines derjenigen Hormone, die den Tag-Nacht-Rhythmus steuern, und wird im Körper aus dem Nervenbotenstoff Serotonin gebildet. Ich rate Ihnen, nicht leichtfertig Melatonin einzunehmen (in Deutschland rezeptpflichtig – im Gegensatz zu Amerika). Bisher wurden noch keine Studien zu Langzeittherapien durchgeführt.

Lassen Sie uns lieber die Ursachen eines niedrigen Melatoninspiegels (über Speichel-/Urintestungen in meiner Praxis) feststellen. Möglich wären: Ein reduzierter Serotoninspiegel, die Einnahme bestimmter Medikamente oder koffeinhaltiger Getränke, Alkohol- oder Tabakgenuss, intensiver Sport am Abend und dauerhafter Stress, sowie ein erniedrigter Progesteronspiegel.

Ich verzeichne zudem Schlafstörungen durch Umwelteinflüsse wie Lärm, Elektrosmog, Toxinbelastungen aber auch durch Allergien (Histamin) und Darmstörungen, die heute hier nicht Thema sein sollen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Herzlichen Dank für den informativen Beitrag über die Schlafstörungen.
    Ich hätte noch einen Vorschlag für ein neues Thema. Das Lipödem ist eine Krankheit, die nur Frauen betrifft. Ausser Lymphdrainagen, Kompressionsstrümpfen oder einer Operation hat die Schulmedizin nicht viel anzubieten. Auch über die Ursachen ist kein Wissen vorhanden.
    Es wäre sicher sinnvoll die Behandlung naturheilkundlich oder mit der passenden Ernährung zu unterstützen.

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