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Fasten – für Frauen ungeeignet bei hormoneller Dysbalance

Ich behaupte sogar, dass Fasten dein Hormongleichgewicht zerstören kann.

Das liegt daran, dass unsere Stoffwechselfunktionen (insbesondere der Energie- und der Stressstoffwechsel) von unseren Geschlechtshormonen maßgeblich beeinflusst werden bzw. abhängig sind.

Fasten und die Rolle der Hormone

Deine Hormone bestimmen, wie es dir geht. Nicht nur, ob du hungrig bist oder schlecht gelaunt bist, sondern auch wie du schläfst und ob du schwitzt. Auf bestimmte äußere Faktoren reagieren die weiblichen Hormone deutlich sensibler als die männlichen. 

Dann kann jegliche Form des Fastens das Zünglein an der Waage sein und das Gleichgewicht deiner Hormone gänzlich zum Kippen bringen

Ein einfaches Beispiel:

Wenn wir über einen längeren Zeitraum nichts essen, dann geht der Körper in eine Art Überlebens- oder Schutzmodus über. Der Körper tut alles, um seine wertvollen Fettreserven für schlechte Zeiten zu sparen.

Die „Hungerphase“ signalisiert den Nebennieren außerdem: „Achtung Stress, bitte Adrenalin und Cortisol ausschütten“.

In solch einer Situation tritt die Fortpflanzungsfunktion (als Schutzmechanismus) in den Hintergrund – und damit auch die Bildung der Sexualhormone Östrogen und Progesteron.

Evolutionsbiologisch stecken wir noch in der Steinzeit

Die körperlichen Reaktionen auf das Fasten sind leider noch archaisch. Evolution läuft leider sehr langsam. So haben diese Funktionen Jahrtausende lang für unser Überleben gesorgt. Das ist sicherlich der Grund, warum sie noch immer nach demselben Muster ablaufen.

Wenn Frauen hungern:

  • wird der Stoffwechsel reduziert (Energieverlust)
  • werden die Fettreserven gebunkert (vergleiche den Jo-Jo-Effekt nach Diäten)
  • werden mehr Stresshormone ausgeschüttet (führt langfristig zur Nebennierenschwäche => Verlust der Stressresistenz, Müdigkeit etc.)
  • wird die Produktion der Geschlechtshormone (Östrogen und Progesteron) zurückgefahren (Zyklusstörungen)
  • werden mehr Hungerhormone ausgeschüttet, um eine nachlassende Fruchtbarkeit unbedingt zu vermeiden

Frauen leider sowieso schon häufig an Progesteronmangel

Viele Frauen haben heutzutage per se eher einen niedrigen Progesteronspiegel. Einige Gründe dafür können sein:

  • Fehlende Eisprünge
  • Aufnahme vieler Xenoöstrogene (Umweltgifte, Mikroplastik, Farbstoffe etc. die östrogenartige Wirkung besitzen
  • nach dem Absetzen der Pille
  • zu Beginn der Wechseljahre
  • Stress (Cortisol interagiert mit Progesteron *)

Dann sehen wir im Labor eine relative Östrogendominanz.

*) Wenn nun unser Progesteronspiegel niedrig ist und wir gleichzeitig mehr Cortisol produzieren (müssen), kann das zu Angstgefühlen, PMS und Stimmungsschwanken führen, aber auch zu Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, Schlafproblemen oder extremer Müdigkeit.

Viele Frauen machen Intervallfasten. Was ist das überhaupt?

Beim Intervallfasten wechseln sich Essens- und Fastenphasen langfristig miteinander ab (Es geht in meinem Blogbeitrag heute nicht um Basenfasten oder Heilfasten, diese kurze, meist therapeutisch begleitete Fastenzeit kann durchaus in die Selbstregulation des Körpers führen und chronische Erkrankungen lindern).

Es gibt drei gängige Intervall-Methoden:

  1. Die 5:2 Methode

An 5 Tagen in der Woche isst du so wie immer. An 2, nicht aufeinander-folgenden Tagen nimmst du jeweils nur circa 500 Kalorien zu dir

  1. Die 1:1 Methode

Fasten- und Essenstage wechseln miteinander ab. Auch hier solltest du an den Fastentagen nur circa 500 Kalorien aufnehmen.

  1. Die 16:8 Methode

Das ist die gängigste Fastenmethode. Dabei darfst du 16 Stunden lang nichts, die restlichen 8 Stunden dann normal essen.

So fastest du richtig richtig!

  • Prüfe, ob sich deine Hormone im richtigen Gleichgewicht befinden
  • Faste nicht an aufeinander folgenden Tagen. Faste stattdessen zum Beispiel Sonntag, Dienstag und Donnerstag
  • Faste nicht länger als 12 bis 13 Stunden. Eine Fastenphase zwischen 19 bis 8 Uhr beispielsweise ist optimal. Bei einem längeren Fastenfenster wird eine Stressreaktion ausgelöst **)
  • Trainiere an den Fastentagen nicht. Steige hier um auf Yoga und Meditation
  • Faste nicht während deiner Periode
  • Trinke ausreichend stilles Wasser, basische Tees, leichte Schorlen
  • Deine Ernährung sollte anti-entzündlich sein (also kein Weißmehl, kein Zucker, keine Milchprodukte oder wenig/kein Fleisch)

Darum ist das Frühstück immer noch die wichtigste Mahlzeit des Tages!

 **) Vielen meiner Patentinnen fällt es (anerzogenerweise) leichter, morgens nichts zu essen. Sie bevorzugen abends ein umfangreiches, kommunikatives Essen. Das ist gerade falsch, wenn deine Hormone im Ungleichgewicht sind. Es stresst die Nebennieren unglaublich stark.

Du möchtest doch leistungsfähig in den Tag starten und diese Kraft auch über den Tag halten, dann halte dich an das Motto: Frühstücke wie eine Königin. Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird durch das Hormon Cortisol reguliert: Abends ist das Level niedriger, um uns müde zu machen, wohingegen morgens der Cortisolspiegel am höchsten ist, um uns wieder wach zu bekommen. Von hier an sinkt der Cortisolspiegel im Normalfall bis zum Ende des Tages langsam ab.

Gleichzeitig hat Cortisol Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel. Wenn dieser zu weit abfällt, wird mehr Cortisol ausgeschüttet, welches Glucose produziert, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren.

Wenn du stark gestresst bist, kann es sein, dass dein Cortisolspiegel schon morgens schwach ist, und du ihn durch das späte Frühstück (oder gar ohne Frühstück) noch schwächer machst.

Um dies zu verhindern, brauchen wir also ein Frühstück, welches dafür sorgt, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu stark abfällt. Anderenfalls hat der erhöhte Cortisolspiegel Auswirkungen auf den gesamten Tag.

Sei also gut zu deinem Körper und höre auf ihn. Auch wenn du ihm erstmal wieder ein Frühstück „antrainieren“ musst. Wenn es dir beim Fasten nicht gut geht, du Kopfschmerzen hast oder gereizt bist, übertreib es nicht, lass es ruhig angehen. Frauen neigen dazu, zu streng zu sich selbst zu sein. Auch das ist ein Lernprozess (nicht nur beim Fasten). Schreib doch am besten ein Tagebuch.
Dann solltest du nicht (Intervall)Fasten

Wenn du:

  • früher eine Essstörung hattest oder noch eine hast bzw. untergewichtig bist
  • schwanger bist, stillst oder versuchst, schwanger zu werden
  • an Schlafproblemen leidest
  • einen niedrigen Blutdruck, Diabetes, Blutzuckerprobleme, eine Nebennierenschwäche (Stress / burn-out) hast
  • Medikamente nimmst
  • unter Amenorrhöe (Ausbleiben der Menstruation) leidest

Was Intervallfasten bei Frauen – mit ausgeglichener Hormonlage – Gutes bewirken kann

Während des Fastens werden positive Reaktionskaskaden im Körper ausgelöst, die

  • langfristig für Fettabbau sorgen (insbesondere das gefährliche Bauchfett)
  • helfen, die Darmflora zu verbessern
  • überalterte und kranke Zellen abbauen
  • die Stammzellproduktion anregen
  • Immunsystem stärken
  • Regenerationsprozesse fördern
  • Happiness bringen (Serotonin steigert)
  • zum Umdenken anregen (denn bewusstes Fasten macht Lebens-bewusster)

Wenn du deine Hormone testen lassen möchtest, vereinbare gern einen Beratungstermin in der Praxis für Frauengesundheit.

Bild: Pixabay

 

Andrea Mohr

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