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Darf ich vorstellen DHEA – Ein Hormon gegen das Altern?

 

Jeder will alt werden, aber keiner alt sein. Wie alt ein Mensch wird, bestimmen etwa zu 20 bis 30 Prozent seine Gene. Das bedeutet umgekehrt, dass das Lebensalter stark vom Lebensstil abhängt. Und das ist die gute Nachricht: Wir können unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Aber bitte so bequem wie möglich, am besten mit einer Pille. Ja, wenn das ginge… Veränderungen sind und bleiben unbequem.

 

In Amerika glaubt man diese Wunderwaffe gefunden zu haben: das Hormon DHEA

Jeder Mensch hat seinen eigenen „Pegel“ und obwohl altersabhängig niedriges DHEA nicht unbedingt zu Beschwerden führt, wird es seit einigen Jahren in Amerika hauptsächlich zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses bei ansonsten gesunden Menschen eingesetzt.

 

DHEA werden dabei vielfältige positive Effekte z.B. auf die Stimmung, den Sexualtrieb, die Muskelmasse und die Abwehrfunktionen oder einfach gesagt zur Erhaltung der Jugendlichkeit zugeschrieben.

 

Präparate, die DHEA als Einzelwirkstoff beinhalten, sind in Deutschland für keine Indikation zugelassen. Ein für die Hormonsubstitution in der Menopause zugelassenes Kombinationspräparat – „Gynodian Depot“ in Kombination mit Östrogen – enthält DHEA in einer Dosis von 200 mg. Dieses Präparat ist aufgrund seiner Zusammensetzung und Indikation nur bei Frauen anwendbar.

Vor einem Kauf von DHEA über das Internet wird dringend abgeraten. Da die Mittel im Ausland unter „Nahrungsergänzungsmittel“ und nicht als Medikament, sind die pharmakologischen Anforderungen an das Produkt nicht zu beurteilen.

Ach und übrigens – DHEA gilt als Dopingmittel.

 

Wie ist die Verwendung von DHEA in der Praxis für Frauengesundheit?

Im normalen Speichelhormon-Profil teste ich stets das DHEA (Dehydroepiandosteron) mit. Es wird bei Männern und Frauen in der Nebenniere aus Cholesterin gebildet und ist die Vorstufe sowohl für männliche (Testosteron) als auch für weibliche (Östrogene) Sexualhormone. DHEA zählt damit zu den Hormon-Vorstufen, die selbst nur geringe hormonelle Wirkung haben, vom Körper jedoch zu den sehr wirkungsvollen Sexualhormonen umgewandelt werden können.

Die DHEA-Menge im menschlichen Körper ist abhängig vom Lebensalter, Geschlecht, Lebensstil und Gesundheitszustand. Die Eigenproduktion erreicht mit 25 Jahren ihren Höhepunkt, Männer produzieren mehr als Frauen.

In der Leber wird DHEA zum Sulfat (DHEA-S) umgebaut und in dieser Form dort zwischengelagert, bis neue Hormone benötigt werden. Hier, wie bei allen anderen Hormongaben ist eine naturheilkundliche Unterstützung der Leberfunktion essentiell.
Bei Frauen wird DHEA zusätzlich, wie gesagt, in der Nebenniere synthetisiert, aber auch zu 20-30 % in den Ovarien (Eierstöcken) und zu 10 % durch periphere Konversion gebildet.

Es dient mir so als Hinweis für eine Belastung der Nebenniere durch Stress, Belastungssituationen, Schlafmangel und zur Beurteilung der adäquaten Hormonumwandlung sowie der Funktion der Eierstöcke.

 

Die meisten positiven Effekte einer Gabe von DHEA-Präparaten sind bei Patienten mit einer krankhaften Unterfunktion der Nebennierenrinde zu verzeichnen, sie führen zu eine Verbesserung der Lebensqualität, der Stimmung und der Lustempfindlichkeit. Diese Effekte waren bei Frauen besonders ausgeprägt.

 

Zusammenfassend kann ich aus meiner Erfahrung zu DHEA sagen:

 

Menopause

In den Wechseljahren und in der Menopause kann der Körper aus DHEA weiterhin so viel Östrogen produzieren, wie er individuell benötigt und gleicht somit Mangelzustände aus. So ist ein guter DHEA-Spiegel auch bei der Osteoporose Therapie wichtig.

 

Libidosteigerung

Wir haben DHEA als Vorstufe aller Sexualhormone kennengelernt und somit auch von Testosteron. Bei Frauen und Männern erhöht das Testosteron die Libido und die Potenz. Übergewichtige Männer haben nachgewiesener Weise einen zu hohen Östrogenspiegel (Bauchfett) zu Ungunsten des Testosterons.

 

Psychischer Ausgleich

DHEA wirkt harmonisierend und ausgleichend auf unsere Psyche, es verbessert das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit, kann depressive Verstimmungen positiv beeinflussen und tritt chronischer Müdigkeit entgegen. Auch bei chronischen Erkrankungen des Nervengewebes ist die Einnahme von DHEA sinnvoll.

 

Stress

Durch ständige Stressbelastungen steigen unsere Kortisol-Spiegel im Körper, die zu Entzündungen, Herz-Kreislaufstörungen und Puls-/Blutdruckanstieg führen. DHEA wirkt als Gegenspieler von Kortisol und kann diese gesundheitlichen Gefährdungen senken.

 

Alles, was wirkt kann auch Nebenwirkungen haben:

Bei Frauen können unerwünschte Wirkungen durch den Anstieg männlicher Hormone auftreten, wie z.B. Akne, Haarausfall, vermehrter Haarwuchs im Gesicht, Menstruationsstörungen. Bei Männern kann es in die entgegengesetzte Richtung laufen – Verweiblichung und Prostata-Veränderungen.

Unspezifische Nebenwirkungen durch hohe Dosen sind u.a. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Ruhelosigkeit, Fettstoffwechsel-Störungen und ein Anstieg der Leberenzyme infolge einer Störung des Östrogenstoffwechsels. Wir finden hier leider die ursprünglich positiven Eigenschaften, die sich in negative verwandeln, je nachdem welche Hormonvorstufe genutzt wird. Eine Therapiebegleitung durch einen erfahrenen Heilpraktiker/Arzt ist deshalb wichtig.

 

Gegenanzeigen

Nicht anwenden

in der Schwangerschaft und Stillzeit

bei Östrogendominanz und Abbauschwäche der Leber für Östrogen

bei früherer oder bestehender Tumorerkrankung (insb. Brust- und Prostatakrebs).

 

Bei regelmäßiger Einnahme empfehle ich die halbjährliche Bestimmung der Folgehormone Testosteron, 17-ß-Östradiol bzw. Östron.

Ich als Heilpraktikerin nutze ausschließlich die homöopathische DHEA Verreibung als Globuli oder als Crème aus zertifizierten Apotheken.

 

P.S.: Zum äußerlichen Anti-Aging-Effekt liegen mir keine ausreichenden Studien vor. Mein Motto ist hier: Wer sich innerlich jung fühlt, sieht auch so aus.

Andrea Mohr

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