Überspringen zu Hauptinhalt
06173 9635-87 info(at)praxis-frauengesundheit.de

Ausbruch aus dem Teufelskreis: mit Autovakzinen gegen rezidivierende Harnwegsinfektionen

 

Ein brennendes Übel, das fast jede Frau einmal im Leben ereilt, aber was, wenn es mehrfach im Jahr zu Blasenentzündungen kommt? Die Naturheilkunde hat viele erfolgreiche Therapiemethoden für akute und chronische Fälle zur Verfügung. Die mikrobiologische Therapie möchte ich Ihnen heute näher vorstellen.

 

Warum liegt die Rezidivrate bei Harnwegsinfekten so hoch? Sind die häufigen Antibiotika-Gaben schuld? Ist das Immunsystem derart geschwächt? Liegt es an falscher Hygiene, am Sexverhalten, an den Hormonen, zu trockenen Schleimhäuten oder ist die Ursache in der Psyche der Frau zu suchen?

Fakt ist: Im weiblichen Bauplan ist die Harnröhre zu kurz geraten und liegt zu nah am After. Keime können viel schneller aufsteigen und vermehren sich stark. Häufiges Wasserlassen, gut funktionierende Schleimhaut und das saure Scheidenmilieu sind unsere körpereigenen Schutzfaktoren.

 

Die häufigsten Auslöser sind Escherichia coli und Enterokokken, die aus dem Darm in die Harnröhre gelangen oder Keime, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, wie Staphylokokken, Proteus mirabilis, Gonokokken (Erreger des Trippers), Hefepilze (Candida), Chlamydien sowie bestimmte Viren.

Es gibt allerdings auch „physiologische“ Ursachen (organische lassen wir hier außer Acht), wie die Veränderung im Hormonhaushalt. Während des Menstruationszyklus (oder auch in der Schwangerschaft) schwankt die Menge an Östrogen, das vom Körper produziert wird. Eine gewisse Östrogenmenge ist allerdings notwendig, damit die Laktobazillen, welche die Scheide besiedeln und dort für das saure Milieu sorgen, wachsen und sich vermehren können. Fehlt dem Körper Östrogen, wie das beispielsweise auch in den Wechseljahren der Fall ist, nimmt die Anzahl an Laktobazillen und damit die Schutzfunktion ab. Hinzu kommen trockene Schleimhäute, die ebenfalls vom Rückgang des Östrogens herrühren können. Nur gut durchfeuchtete Schleimhäute sorgen dafür, dass sich Erreger nicht so leicht anheften.

 

Ein geschwächtes Immunsystem zieht eine erhöhte Infektanfälligkeit mit sich. Das kann durch Erkrankungen wie Diabetes ebenso bewirkt werden, wie durch bestimmte Medikamente, Stress, falsche Ernährung oder körperliche Überlastung.

Aber auch kalte Füße, nasse Kleidung oder das Sitzen auf kalten Unterlagen schwächt die Abwehr zusätzlich, der Körper benötigt mehr Energie für die Durchblutung an den kühlen Körperstellen und diese fehlt dann im Unterleib.

 

Lässt sich ein Antibiotikum nicht umgehen, achten Sie darauf, dass ihr Arzt ein Präparat aus der Gruppe der Fosfomycinen (z.B. Monuril ®) oder Nitrofurantoinen (z.B. Furadantin ® oder Nifurantin ®) verordnen, diese haben eine niedrige Rezidivrate und sind besonders wirksam bei einer Infektion mit E-Coli. Außerdem stören Sie die Darmflora weniger als andere Breitbandantibiotika.

 

Gut zu wissen ist, welcher Keim die Entzündung ausgelöst hat, deshalb rate ich unbedingt zu einem Antibiogramm. Ein Antibiogramm ist das Ergebnis einer Antibiotika-Resistenzbestimmung. Es informiert darüber, gegenüber welchen Antibiotika ein bestimmter bakterieller Krankheitserreger resistent bzw. sensibel ist. Dafür schickt der Arzt oder Heilpraktiker im akuten Fall eine Urinprobe ins Labor, die noch frei von Antibiotika ist. Ich wende hier gern als Alternative ein Aromatogramm an. Dabei handelt es sich fast um das gleiche, aber statt einer Testung auf wirksame Antibiotika, werden verschiedene Aromaöle getestet, die nebenwirkungsarm und dennoch erfolgreich die Infekte bekämpfen. Die Patientin erhält im Anschluss ihre individuelle Mischung.

 

Heute möchte ich Ihnen eine interessante mikrobiologische Prophylaxe aus meiner Praxis vorstellen: Die Therapie mit Autovakzinen.

 

Vorher ein Einschub aus der Schulmedizin. Hier können Immunprophylaxen (E-coli Stämme) mit UroVaxom ® Kapseln oder StroVac ® Injektionen mit begleitender Gabe von Lactobaziellen teilweise erfolgreich angewendet werden. Ein langer Immunisierungszeitraum ist allerdings notwendig, es wird von Anwendungsfehlern berichtet und manchmal ist mit heftigen Immunabwehrreaktionen zu rechnen.

 

Autovakzine sind Heilmittel, hergestellt aus körpereigenen Mikroorganismen (E-coli, Pilzen, Staphylokken etc.). Das Besondere daran ist, dass diese vom jeweiligen Patienten stammen und individuell für diesen hergestellt werden (im Gegensatz zu den o.g. Verfahren). Sie haben das Ziel, Immunreaktionen des Körpers regulativ und modulierend zu beeinflussen. Fehlgesteuerte Immunreaktionen können ins Lot gebracht werden.

 

Auch hier empfehle ich zusätzlich die Gabe von probiotischen Präparaten um gleichzeitig die Darmflora zu stärken, pathogene Keime zu verdrängen und das Immunsystem zu trainieren.

 

Autovakzine gibt es zum Einnehmen, zur Einreiben in die Haut und zur Injektion.

 

Die Behandlung dauert ca. 6-8 Wochen. Die meisten Patienten sind bei dem Kontrolltermin nach 12 Monaten ohne erneuten Infekt, wenige berichten von gelegentlichen unspezifischen leichten Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwegen.

 

Auch bei anderen rezidivierenden Infekten, z.B. der Atemwege fährt die Therapie mit Autovakzinen gute Erfolge ein.

 

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen