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Melissengeist – Erinnerungen an die Oma

Melissengeist war das Zaubermittel bei allen Unpässlichkeiten im vorigen Jahrhundert.

 

Viele meiner Kindheitserinnerungen sind eng mit meiner Oma verknüpft. Einen Großteil der Zeit verbrachte ich bei ihr. Sie ließ mich sein, wie ich war, hatte immer ein offenes Ohr, mit ihr trank ich meinen ersten Eierlikör und sind kannte meine „Geheimnisse“.

 

Heute würde ich ihr Sie gerne vieles fragen. Fragen, die ich mir erst in letzter Zeit stellte, als ich älter wurde… Ich bin sicher, dass sie mir viel über ihre Erfahrungen als „weise Frau“ erzählen könnte, über ihre Kenntnisse von Pflanzen, den so genannten Hausmitteln, aber auch über ihren Umgang mit seelischer Trauer und so manchem Abschied.

 

Auf dem Nachttisch meiner Großmutter stand immer auf einem bestickten Taschentuch eine Flasche Klosterfrau Melissengeist. Das Bild der Klosterfrau bewegte mich, aber der Geruch und der Geschmack – natürlich hatte ich einen heimlichen Schluck davon genommen – stießen mich eher ab.

 

Aber ich sah sie auch zwischendurch  an der Flasche riechen, wenn es gerade mal irgendwie „komisch“ im Bauch war oder schnell etwas davon in Hand träufeln, um schmerzende Stellen einzureiben (Kopf, Nacken).

 

Heute weiß ich, dass die Inhaltsstoffe wunderbare Wirkung hatten. In meiner Praxis empfehle ich heute auch den Melissengeist aber den Balsamischen von Weleda, die Zutaten sind sich ähnlich.

 

Neben der Melisse sind die anderen ätherischen Öle u.a. Angelikawurzel, Nelken, Koriander, Muskat, Melissenblätter, Zimt . Sie gehören zu den Magen-Darm-Tonika. Sie lösen und entspannen die gestresste Nervenfunktion des „Bauchhirns“. Im Gegensatz zu den Amara-Tropfen von Weleda, die auch gezielt dort wirken, aber eben aktivieren und anregen.

 

Die Angelikawurzel hat an der Wirkung auf unseren Magen-Darm-Trakt den größten Anteil. Aufgrund ihres bitteren Geschmacks bewirkt sie, dass sich mehr Magensäure bildet. Auch Gallensäuren und Enzyme der Bauchspeicheldrüse werden vermehrt ausgeschüttet. Zudem löst auch sie Verkrampfungen und wirkt gut beim Reizdarm-Syndrom. Viele nennen Sie auch Engelwurz – vielleicht weil die enthaltenen Gerbstoffe und das Vitamin B 12  in unserem Körper Glückshormone freisetzen. Dies kann bei leichten depressiven Verstimmungen helfen. Die Engelwurz hält uns jung, sie schenkt uns neue Energien, wenn wir schwach und kraftlos sind, zum Beispiel nach einer langen Krankheit oder Dauerstress.

 

Warum trank die Omi jeden Abend ein Becherchen voll davon? Sie sagte, sie könne besser schlafen. Frauen in den Wechseljahren berichten von Linderung typischer Symptome wie Nervosität und Schwindel. Jüngeren Frauen hilft er bei Menstruationskrämpfen oder wenn der Kreislauf plötzlich in den Keller rauscht.

 

Somit können wir festhalten: Die beruhigende Wirkung der Melisse auf die vegetativen Funktionen kommt auch bei anderen vegetativen Funktionen (Kreislauf, Psyche, glatte Muskulatur der Gebärmutter) zum Einsatz.

 

Der Melissengeist ist nach anthroposophischer Lehre durchwärmend, kampflösend und stabilisierend. Er tonisiert Leib und Seele, hellt die Stimmung auf, bessert das Gedächtnis und wirkt allgemein lebenserheiternd. Hildegard von Bingen sagte „Die Melisse ist warm und ein Mensch der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz erfreut wird.“

Die Melisse war eines der Lieblingsmittel von Paracelsus. Er setzte sie beispielsweise als Nervinum und Psychotherapeutikum – vor allem in Verbindung mit Antimon – gegen den Wahnsinn ein.

 

Bitte beachten Sie: das Präparat hat einen Alkoholanteil von 63 %

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