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Haben Sie auch einen „Spleen“? Und was hat das mit unserer Milz zu tun?

Ein Spleen bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte VerRücktheit. Der Ausdruck selbst stammt aus dem Englischen für das Organ Milz (englisch spleen) sowie übertragen für „schlechte Laune, Ärger, Verdruss“. Die Milz galt früher als Sitz bestimmter Gemütskräfte und als Ursache für Hypochondrie. Früher sah man den Ursprung der Melancholie in einem Überschuss der schwarzen Galle, die in der u.a. in der Milz gebildet werden solle.

Was wir heute wissen: Die Milz ist ein lymphatisches Organ, das in den Blutkreislauf eingebunden ist. Lange gab es kaum Bemühungen einen Zusammenhang zwischen bestimmtem Symptomen und der Milz aufzuzeichnen.. Bis heute hat die westliche Medizin ein eher stiefmütterliches Verhältnis zur Milz.

Beachtet wird nur die Vergrößerung der Milz. Krankheiten, die zu diesen Befund führen können sind meist Erkrankungen des Blutes, Morbus Hodgkin oder aber Infektionskrankheiten wie z. B. das Pfeiffer`sche Drüsenfieber, Tuberkulose, Malaria oder einer Sepsis.

 

Die Milz ist zwar nicht lebensnotwendig, aber sie bedarf etwas mehr Aufmerksamkeit. Also bitte schön:

Die wichtigsten Aufgaben der Milz

Die Milz hat viele wichtige Aufgaben. Dazu gehört in erster Linie das Herausfiltern überalteter und fehlgeformter Blutzellen. Dabei „recycelt“ die Milz das Eisen aus dem Hämoglobin (roten Blutfarbstoff). Auch kleine Blutgerinnsel und „verbrauchte“ Thrombozyten (Blutplättchen) werden in der Milz aussortiert und abgebaut.

Die Abwehrfunktion der Milz lässt sich mit einem Parkplatz für weiße Blutkörperchen beschreiben. Die Leukozyten schwimmen nicht ununterbrochen im Blut, sondern sammeln sich vor allem in der Milz. Sie warten dort, um auf vorbei gespülte Krankheitserreger reagieren zu können oder wieder ihre Aufgabe im Blutkreislauf zu übernehmen.

Wenn der Körper gegen „Eindringlinge“ kämpft, vermehrt sich das Abwehrgewebe der Milz (sie vergrößert sich). Auch wenn die Abwehr sich gegen körpereigene Strukturen wendet, wie dies bei Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Polyarthritis, stattfindet, kann die Milz vergrößert sein.

Daneben speichert die Milz auch immer eine gewisse Menge Blut, die z.B. bei einer Blutung im Körper oder bei großer Anstrengung frei gesetzt werden kann. Dadurch entsteht vermutlich das Seitenstechen, das uns manchmal beim Sport plagt.

Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind auf die Funktion der Milz angewiesen, da sie bei ihnen noch an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist. Bei Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden.

 

Die chinesische Medizin und die ayurvedische Heilkunde haben der Milz neben der Blutfilterung und der Immunabwehr wichtige, weitere Funktionen im Körper zugeordnet

  • Beherrscht Denken, Lernen, Konzentration und Vorstellungskraft
  • Ernährt Muskulatur, Fett und Bindegewebe
  • Erwärmt kalte Nahrung
  • Hält Blut in den Gefäßen
  • Hält Organe an ihrem Platz
  • Verteilt die Energie im Körper

Letzteres bedeutet, dass die Energie, die über die Ernährung aufgenommen, umwandelt und an den Körper weiterleitet wird.

 

Wie kann es noch zur Erschöpfung der Milz-Energie kommen?

  • Schwäche der Verdauungsorgane
  • Unregelmäßige (mangelnde) Nahrungsaufnahme (viel Süßes)
  • Überarbeitung und mentale Belastung
  • Langfristige Exposition gegen Feuchtigkeit
  • Chronische Erkrankungen

 

Speziell unter den Emotionen wird der Milz das Grübeln zugeordnet; so schwächt ein Übermaß an Denken und Sorgen die Milz. Gemäß den Wandlungsphasen ist das Grübeln die Tochter der Freude und die Mutter der Trauer! In ihrer Harmonie verleiht die Milz den Emotionen Ausgeglichenheit, Frieden; sie erdet uns und glättet die Wogen. Starkes Verlangen nach Süßem weist oft auf Disharmonie hin.

Schon in der Kindheit kann ein Milzenergie-Mangel begonnen haben und mit unterdrückten Ängsten und aufgedrückten Zwängen zu tun haben. Später kann daraus ein Leber-Qi-Mangel entstehen.

Der Zustand der Milzenergie zeigt sich übrigens in den Lippen. Wenn sie harmonisch ist, kann die Zunge die fünf Geschmäcker unterscheiden und die Lippen erscheinen rot und feucht.

Die Milz wird der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Nicht mehr Hochsommer und noch nicht Herbst, das sind Tage von solch besonderer Qualität, dass ihnen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine eigene Wandlungsphase, die Erde, zugesprochen wurde. Bei uns hat man dafür den wohl passenden Ausdruck „Altweibersommer“ geprägt, denn nur Frauen, die in ihrer Mitte angekommen sind, deren feurige Hitze sich zu innerer Wärme gewandelt hat, können weise Fürsorglichkeit, die Qualität des Erdelements entwickeln und weitergeben. Diese Zeit sollte man nützen, um der Milz durch zentrierende Übungen wie im Qigong energetische Kraft zukommen zu lassen.

Und natürlich durch Phytotherapeutika wie Wegwarte, Säckelblume, Bockshornkleesamen, Grindelie, Hirschzungenfarn (Hildegard von Bingen) sowie durch alle Bitterstoffdrogen.

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