FAQs der Praxis für Frauengesundheit
Mit diesen offenen Fragen kommen meine Patientinnen in die Praxis, geht es dir genauso?

Warum wenden sich Frauen an meine Praxis?
Viele Patient:innen sind oder fühlen sich verunsichert von der Schulmedizin, verstehen Befunde und Therapieempfehlungen nicht, suchen nach möglichen Alternativen.
Sie haben das Gefühl verloren, dass ihr Körper gut funktionieren kann. Sie wünschen sich Stabilität und Regulation statt Manipulation. Das Ganze mit Begleitung in und durch komplexe Lebensphasen – das strebe ich für Sie an.
Gemeinsam analysieren wir, denn Sie kennen Ihren Körper selbst am besten. Eentwickeln Sie wieder ein Gespür für das, was Ihnen gut tun. Ich bringe mein Wissen für Sie ein.
Als Team finden wir heraus:
- welche Zusammenhänge zwischen Symptomatik und Ursache bestehen
- welche Umstände zu Ihrer Erkrankung beigetragen haben
- wo mögliche Blockaden zu suchen sind
- was Ihre vorliegende Diagnostik bedeutet
- welches „Für und Wider“ es in der Behandlung gibt
Was macht eine Heilpraktikerin für natürliche Frauenheilkunde?
„Innen wie Außen“ – lernen wir von der Natur und kombinieren wir die Erfahrungen mit den Erkenntnissen der Wissenschaft. Das ermöglicht uns eine zukunftsorientierte, nachhaltige und personalisierte Therapie. Diese Herangehensweise lehre ich auch in meinen Kursen.
Ich sehe zwischen naturheilkundlichen Methoden und Schulmedizin keinen Widerspruch, sondern wünsche mir ein gemeinsames Miteinander. Unstrittig ist, dass die naturheilkundlichen Verfahren, die viel älteren Heiltraditionen sind. Ihr Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte zu stärken, Gifte und Abfallstoffe aus dem Körper zu entfernen und vor allen Dingen, die Ursachen von Krankheit zu ergründen. Die Schulmedizin setzt auf den Einsatz von Medikamenten und Operationen zur „Reparatur“ geschädigter Strukturen. Eigentlich könnten sich beide Herangehensweisen hervorragend ergänzen und je nach Krankheitsbild passend ausgewählt werden. Diesem Ansatz folgende, berate ich meine Patientinnen. Ein gutes Wort dafür könnte „Integrative Medizin“ sein.
Der bekannte Mediziner Dr. Dietrich Grönemeyer spricht in seinem Buch „Naturmedizin und Schulmedizin“ genau davon: „Am Ende zählt nicht, welche „Schule“ triumphiert, sondern dass wir gesund werden“ Das Buch versucht erklärend zusammenzuführen, was zusammengehört: Erfahrung und Fortschritt, Schulmedizin und Naturheilkunde für die Weltgesundheit.
Dennoch braucht es Expert:innen auf Fachgebieten, die über den Tellerrand blicken können. So war es für mich recht schnell klar, dass ich mich keiner speziellen Therapiemethode (z.B. Homöopathie oder Akupunktur) zuwende, sondern Fach-Heilpraktikerin werde, die bei Bedarf auf ein stabiles Netzwerk zurückgreifen kann.

Wechseljahre / Menopause
Und vor allen Dingen bekommst du in meiner Praxis Informationen über Wachstum, persönliche Entwicklung und neue Möglichkeiten, die mit dem hormonellen und biografischen Wandel einhergehen.
Kann ich mit der Pille/Hormonspirale die Wechseljahre umgehen?
Nein, mit der Pille kann man die Wechseljahre nicht umgehen. Die Pille kann jedoch die Symptome der beginnenden Wechseljahre, wie unregelmäßige Blutungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen, beeinflussen oder sogar überdecken. Der natürliche Verlauf der Wechseljahre wird durch die Einnahme der Pille nicht aufgehalten. Ich rate sogar zum Absetzen spätestens Mitte 40, denn hier überwiegen die Risiken dem Nutzen.
Wie lange muss ich verhüten?
Die Fruchtbarkeit sinkt zwar, ist aber theoretisch bis zu einem Jahr nach der letzten Periode noch möglich. Bei Unsicherheiten empfehle ich eine Kupferkette oder Goldspirale bzw. Kondome und Diaphragmen. Ein Test auf die Hormone FSH und LH (erhöhen sich drastisch in der unfruchtbaren Zeit) sowie AMH (Antimüller-Hormon – zeigt die Eizellereserve) können hilfreich sein.
Ich bin so vergesslich geworden, hat das was mit den Wechseljahren zu tun?
Bis zu 60 % aller Frauen berichten über Konzentrationsprobleme, „Vergesslichkeit“ oder „brain fog“ in den Wechseljahren.
Unser Östrogen beeinflusst nämlich auch Areale im Gehirn – wie den Hippocampus. Er steuert u. a. das Erinnerungsvermögens und die Übermittlung von Informationen. Sinkt nun der Östrogenspiegel, wird das Wachstum neuer Nervenzellen gehemmt und hat den Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit zur Folge. Die geistige Leistungsfähigkeit kehrt jedoch wieder vollständig zurück, sofern in diesem Zeitraum keine anderen Erkrankungen auftreten.
Wer lernt und Neuem gegenüber offen bleibt, trainiert die Neuronen im Gehirn regelmäßig und beugt somit Vergesslichkeit vor. Und nicht vergessen: Bewegung und gute Ernährung sowie Stressreduktion haben einen großen Einfluss auf die Gehirnleistung.
Wie beeinflussen die Wechseljahre das Risiko für andere Erkrankungen?
Hauptfokus für Frauen in den Wechseljahren liegen in meiner Praxis auch auf Risikominimierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Diabetes und Krebs, aber auch Depressionen und Angsterkrankungen. „Longevity“ bedeutet für mich „gesund“ alt werden und nicht „ewig jung“ bleiben.
Keine Libido mehr - meine Lustlosigkeit gefährdet meine Partnerschaft!
Schmerzen beim Sex (durch vaginale Trockenheit), Schamgefühle oder Unsicherheiten sind häufig, werden aber selten angesprochen. Ich ermutige die Kommunikation zu suchen. Denn der Wunsch nach mehr Zärtlichkeit oder Nähe ist ein weitverbreitetes, aber wenig thematisiertes Anliegen. Zwischenzeitlich ändert sich nämlich der Fokus der Evolution: Lust zum Wohle der Fruchtbarkeit ist passé, er wechselt in Lust durch Verbundenheit. Die eigene Körperwahrnehmung, der Selbstwert und die „Freie-zeit“ spielen hier eine starke Rolle.
Wie kann ich eindeutig die Wechseljahre erkennen? Bin ich drin oder schon durch?
Ein Test auf die Hormone FSH und LH (erhöhen sich drastisch in der unfruchtbaren Zeit) sowie AMH (Antimüller-Hormon – zeigt die Eizellereserve) können hilfreich sein.
Das „Wechseljahrsalter“ ist individuell und wird von Genetik und Lebensstilfaktoren (z. B. Rauchen, Vorerkrankungen, Stress, schlechte Ernährung) beeinflusst. Frühzeitige Wechseljahre (vor dem 40. Lebensjahr) sind selten, aber möglich und haben andere medizinische Konsequenzen. Eine hormonelle Therapie sollte hier auf alle Fälle gegeben werden.
Theoretisch beginnt die Menopause ca. 1 Jahr nach der letzten Blutung.
Wie kann ich am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld offen mit meinen Beschwerden umgehen?
Mein persönliches Wunschziel ist: Raus aus der Tabuisierung durch Aufklärung und Unterstützungsangebote. Das könnten z. B. sein: Ruheräume für mehr Rückzugsmöglichkeit, flexible Arbeitszeiten und home-office, gesunde Mahlzeiten in der Kantine…
Der weibliche Körper ist komplex, und so auch seine Veränderungen. Jede Frau kommt in die Wechseljahre und geht aus ihnen auch wieder heraus. Häufig sogar gestärkt und mit einer ganz neuen Beziehung zu ihrem eigenen Körper. Die Wechseljahre sind also nicht das Ende eines Lebensabschnitts. Ganz im Gegenteil: Man könnte sagen, sie sind der Beginn von etwas Neuem. Wir sollten die große Lebenserfahrung ansprechen, die Frauen in diesem Alter mitbringen. Hiervor profitieren alle im beruflichen Umfeld.
Hierzu halte ich Vorträge, sprich mich gern an, wenn du dich im Job „unverstanden“ fühlst.
Ein paar „zukünftige“ Reaktionen könnten sein:
„Du bist in letzter Zeit viel souveräner und gelassener in Verhandlungen geworden. Bist du in der Menopause?“
„Durch den Wechsel haben sich meine Prioritäten verschoben. Heute ist mir klar, welche Weiterbildung ich nun machen möchte.“
„Meine Hitzewallungen sind heute unberechenbar. Ich arbeite aus dem home-office.“
Mehr Infos unter IFAF Projekt MenoSupport https://www.ifaf-berlin.de/projekte/menosupport/
Können diese unspezifischen Symptome auch mit den Wechseljahren zu tun haben?
Sehstörungen, Kribbeln im Körper, Zahnfleischbluten, Hautjucken, brennende Zunge (trockener Mund), Schwindel…
Diese unspezifischen Symptome bringen meine Patientinnen in den Wechseljahren mit und können „versteckte“ Hinweise auf hormonelle Schwankungen sein (aber werden von mir immer ganzheitlich betrachtet)
Ich leide an Herzstolpern, es macht mir Angst, kardiologisch ist aber alles in Ordnung!
Neben den hormonellen Schwankungen (Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst das vegetative Nervensystem, das für die Regulation von Herzschlag und Blutdruck zuständig ist), steht die herabgesetzte Stressresistenz im Vordergrund. Es ist nicht so, dass wir nicht mehr belastbar sind, aber wir müssen unsere Grenzen wahren. Außerdem sehe ich häufig Schilddrüsenstörungen durch die unser Herz aus dem Takt geraten kann, oder Nährstoffmängel, wie Vitamin B12, Eisen, Magnesium und Kalium.
Ich habe ständig Heißhunger und nehme zu, obwohl ich nicht mehr esse, als früher!
Die Fettverteilung ändert sich und wir bekommen die typische „Apfelform“ – Bauchfett. Zudem geht die Muskelmasse zurück (sie verbrennen Kalorien). Unser Blutzucker schwankt stärker (Heißhungerattacken). Die Schilddrüse verbrennt möglicherweise nicht mehr so stark und durch stressbedingte Cortisolspitzen hält der Körper an unserem Fett als Notration fest. Und vor allen Dingen führen ständige Schlafstörungen dazu, dass ein Hormon (Ghrelin) ausgeschüttet wird, was den Appetit anregt. Und denken wir auch daran, dass unser Zyklus früher täglich ca 250-300 kcl. verbraucht hat, das müssen wir nun einsparen oder mittels Sport verbrennen müssen.
Muss ich in den Wechseljahren Hormone nehmen?
Nein. Die Wechseljahre sind – wie die Pubertät – ein natürlicher Vorgang. Du kannst die Veränderungen bewusst wahrnehmen. Über Symptome oder Emotionen kommst du näher zu deinen Bedürfnissen. Wenn die Lebensqualität stark eingeschränkt ist, berate ich dich gern zu bioidentischen Hormontherapien. Ganz nach dem Motto: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“

Bioidentische Hormontherapie
Meine Patientinnen spiegeln mir viele Unsicherheiten zum Thema „bioidentischen Hormonen“ wider und zeigen großen Informationsbedarf, was die Entscheidung für eine bioidentische Hormontherapie oder eben dagegen angeht. Die individuelle Beratung kann hier entscheidend sein, um Ängste abzubauen und einen individuell passenden Behandlungsweg (mit Alternativen) zu gestalten.
Ich bin noch nicht in den Wechseljahren, möchte aber dennoch bioidentische Hormone einnehmen, ist das möglich?
Ja natürlich. Immer wenn du hormonelle Unterstützung benötigst, kann eine BHT in Betracht gezogen werden. Einsatzbereiche sind neben den Wechseljahresbeschwerden – PMS, Zyklusunregelmäßigkeiten und hormonellem Ungleichgewicht wie nach der Geburt oder in der Stillzeit. Auch unterstützend bei Kinderwunsch und Endometriose. Oder sogar bei depressiven Verstimmungen, Ängsten, Müdigkeit, Haar-/Hautproblemen und Schlafstörungen. Aber bitte nicht generell eine Therapie für alle, sondern gezielt und individuell.
Wenn ich mit bioidentischen Hormonen starte, muss ich die dann ein Leben lang nehmen?
In den Wechseljahren ist das Ziel der BHT Hormondefizite und damit verbundene Beschwerden ausgleichen. Nach einiger Zeit sollte auch hier die Notwendigkeit überprüft werden. Der Einsatz von bioidentischen Hormonen bei jüngeren Frauen kann helfen, die hormonelle Achse sanft zu regulieren, zum Beispiel in der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse, und damit Selbstregulationsprozesse wieder in Gang bringen – auch hier eine Therapiemöglichkeit auf Zeit.
Was unterscheidet bioidentische von synthetischen Hormonen und welche Bedeutung hat das für die Wirksamkeit?
Bioidentische Hormone sind chemisch identisch mit den körpereigenen Hormonen, während synthetische Hormone oft strukturelle Abweichungen haben. Diese exakte Übereinstimmung kann eine natürlichere Wirkung erzeugen und möglicherweise weniger Nebenwirkungen verursachen, da der Körper sie besser erkennt und verstoffwechselt.
Ich spüre keine Besserung unter der Einnahme von BHT, meine Freundin musste sie wegen starker Nebenwirkungen sogar absetzen. Wie kommt das zustande, da die Hormone doch körperidentisch sind?
Es gibt individuelle genetische oder epigenetische Faktoren, die die Wirksamkeit oder Verträglichkeit von bioidentischen Hormonen beeinflussen. Zum Beispiel genetische Varianten bestimmter Enzyme (z. B. CYP450-Familie), die in der Leber gebildet werden oder epigenetische Modifikationen können beeinflussen, wie Hormone verstoffwechselt werden. Das kann erklären, warum manche Frauen unterschiedlich auf die gleiche Therapie anspringen oder Nebenwirkungen unterschiedlich stark erleben.
Wie wirken sich bioidentische Hormone auf das Mikrobiom im Darm und damit indirekt auf das Hormongleichgewicht aus?
Neuere Forschung deutet darauf hin, dass Hormone über das sogenannte „Estrobolom“ im Darm rückgekoppelt werden und so die Hormonresorption sowie den Abbau steuern. Daher ist es vor der BHT sinnvoll, eine Darmanalyse zu machen.
Was sind die langfristigen neurokognitiven Effekte einer bioidentischen Hormonersatztherapie im Vergleich zu synthetischer Hormontherapie?
Studien legen nahe, dass bioidentische Hormone möglicherweise neuroprotektiver wirken können, das heißt, Gedächtnis, Konzentration und Stimmung positiver beeinflussen und das Risiko für neurodegenerative Krankheiten senken könnten.
Wie kann eine bioidentische Hormontherapie integrativ mit weiteren natürlichen Therapieverfahren (z.B. Phytotherapie, Mikronährstoffe, Stressmanagement) kombiniert werden?
Bioidentische Hormone bilden oft den Kern der hormonellen Regulation, während begleitende pflanzliche Präparate, Mikronährstoffe und gezieltes Stressmanagement synergistisch wirken, um das hormonelle und psychische Gleichgewicht nachhaltig zu fördern.
Gibt es besondere Anwendungsmöglichkeiten bioidentischer Hormone bei seltenen oder komplexen hormonellen Dysbalancen (z.B. PCO-Syndrom, autoimmune Schilddrüsenerkrankungen)?
Ja, bioidentische Hormone können individuell angepasst helfen, spezifische Symptome bei solchen Krankheitsbildern zu lindern, etwa durch die gezielte Unterstützung des Östrogen- und Progesteronhaushalts bei PCOS oder durch die Verbesserung des allgemeinen hormonellen Gleichgewichts bei Autoimmunerkrankungen.
Was unterscheidet die transdermale Anwendung von bioidentischen Hormonen von der vaginalen und der oralen Einnahme
Transdermal werden die Hormone über die Haut direkt in den venösen Blutkreislauf aufgenommen, ohne den Magen-Darm-Trakt und die Leber zu passieren. Dadurch entfällt der sogenannte „First-Pass-Metabolismus“ durch die Leber, der bei oraler Einnahme stattfindet. So benötigt der Körper kleinere Hormondosen.
Oral eingenommene Hormone müssen zuerst die Leber passieren, wo sie stark verstoffwechselt werden, was die Hormonmenge im Blut verändern kann und mehr Nebenwirkungen (z.B. auf den Stoffwechsel und Gerinnungsfaktoren) begünstigt. Jedoch gibt es hier positive Effekte bei Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen.
Vaginal angewendete Hormone wirken meist lokal und erreichen den Blutkreislauf in geringeren Mengen, sie werden oft zur Behandlung lokaler Beschwerden genutzt.

Zyklussstörungen
Kann ich mit der Pille/Hormonspirale die Wechseljahre umgehen?
Nein, mit der Pille kann man die Wechseljahre nicht umgehen. Die Pille kann jedoch die Symptome der beginnenden Wechseljahre, wie unregelmäßige Blutungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen, beeinflussen oder sogar überdecken. Der natürliche Verlauf der Wechseljahre wird durch die Einnahme der Pille nicht aufgehalten. Ich rate sogar zum Absetzen spätestens Mitte 40, denn hier überwiegen die Risiken dem Nutzen.
Wie lange muss ich verhüten?
Die Fruchtbarkeit sinkt zwar, ist aber theoretisch bis zu einem Jahr nach der letzten Periode noch möglich. Bei Unsicherheiten empfehle ich eine Kupferkette oder Goldspirale bzw. Kondome und Diaphragmen. Ein Test auf die Hormone FSH und LH (erhöhen sich drastisch in der unfruchtbaren Zeit) sowie AMH (Antimüller-Hormon – zeigt die Eizellereserve) können hilfreich sein.
Ich bin so vergesslich geworden, hat das was mit den Wechseljahren zu tun?
Bis zu 60 % aller Frauen berichten über Konzentrationsprobleme, „Vergesslichkeit“ oder „brain fog“ in den Wechseljahren.
Unser Östrogen beeinflusst nämlich auch Areale im Gehirn – wie den Hippocampus. Er steuert u. a. das Erinnerungsvermögens und die Übermittlung von Informationen. Sinkt nun der Östrogenspiegel, wird das Wachstum neuer Nervenzellen gehemmt und hat den Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit zur Folge. Die geistige Leistungsfähigkeit kehrt jedoch wieder vollständig zurück, sofern in diesem Zeitraum keine anderen Erkrankungen auftreten.
Wer lernt und Neuem gegenüber offen bleibt, trainiert die Neuronen im Gehirn regelmäßig und beugt somit Vergesslichkeit vor. Und nicht vergessen: Bewegung und gute Ernährung sowie Stressreduktion haben einen großen Einfluss auf die Gehirnleistung.
Wie beeinflussen die Wechseljahre das Risiko für andere Erkrankungen?
Hauptfokus für Frauen in den Wechseljahren liegen in meiner Praxis auch auf Risikominimierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Diabetes und Krebs, aber auch Depressionen und Angsterkrankungen. „Longevity“ bedeutet für mich „gesund“ alt werden und nicht „ewig jung“ bleiben.
Keine Libido mehr - meine Lustlosigkeit gefährdet meine Partnerschaft!
Schmerzen beim Sex (durch vaginale Trockenheit), Schamgefühle oder Unsicherheiten sind häufig, werden aber selten angesprochen. Ich ermutige die Kommunikation zu suchen. Denn der Wunsch nach mehr Zärtlichkeit oder Nähe ist ein weitverbreitetes, aber wenig thematisiertes Anliegen. Zwischenzeitlich ändert sich nämlich der Fokus der Evolution: Lust zum Wohle der Fruchtbarkeit ist passé, er wechselt in Lust durch Verbundenheit. Die eigene Körperwahrnehmung, der Selbstwert und die „Freie-zeit“ spielen hier eine starke Rolle.
Wie kann ich eindeutig die Wechseljahre erkennen? Bin ich drin oder schon durch?
Ein Test auf die Hormone FSH und LH (erhöhen sich drastisch in der unfruchtbaren Zeit) sowie AMH (Antimüller-Hormon – zeigt die Eizellereserve) können hilfreich sein.
Das „Wechseljahrsalter“ ist individuell und wird von Genetik und Lebensstilfaktoren (z. B. Rauchen, Vorerkrankungen, Stress, schlechte Ernährung) beeinflusst. Frühzeitige Wechseljahre (vor dem 40. Lebensjahr) sind selten, aber möglich und haben andere medizinische Konsequenzen. Eine hormonelle Therapie sollte hier auf alle Fälle gegeben werden.
Theoretisch beginnt die Menopause ca. 1 Jahr nach der letzten Blutung.
Wie kann ich am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld offen mit meinen Beschwerden umgehen?
Mein persönliches Wunschziel ist: Raus aus der Tabuisierung durch Aufklärung und Unterstützungsangebote. Das könnten z. B. sein: Ruheräume für mehr Rückzugsmöglichkeit, flexible Arbeitszeiten und home-office, gesunde Mahlzeiten in der Kantine…
Der weibliche Körper ist komplex, und so auch seine Veränderungen. Jede Frau kommt in die Wechseljahre und geht aus ihnen auch wieder heraus. Häufig sogar gestärkt und mit einer ganz neuen Beziehung zu ihrem eigenen Körper. Die Wechseljahre sind also nicht das Ende eines Lebensabschnitts. Ganz im Gegenteil: Man könnte sagen, sie sind der Beginn von etwas Neuem. Wir sollten die große Lebenserfahrung ansprechen, die Frauen in diesem Alter mitbringen. Hiervor profitieren alle im beruflichen Umfeld.
Hierzu halte ich Vorträge, sprich mich gern an, wenn du dich im Job „unverstanden“ fühlst.
Ein paar „zukünftige“ Reaktionen könnten sein:
„Du bist in letzter Zeit viel souveräner und gelassener in Verhandlungen geworden. Bist du in der Menopause?“
„Durch den Wechsel haben sich meine Prioritäten verschoben. Heute ist mir klar, welche Weiterbildung ich nun machen möchte.“
„Meine Hitzewallungen sind heute unberechenbar. Ich arbeite aus dem home-office.“
Mehr Infos unter IFAF Projekt MenoSupport https://www.ifaf-berlin.de/projekte/menosupport/
Können diese unspezifischen Symptome auch mit den Wechseljahren zu tun haben?
Sehstörungen, Kribbeln im Körper, Zahnfleischbluten, Hautjucken, brennende Zunge (trockener Mund), Schwindel…
Diese unspezifischen Symptome bringen meine Patientinnen in den Wechseljahren mit und können „versteckte“ Hinweise auf hormonelle Schwankungen sein (aber werden von mir immer ganzheitlich betrachtet)
Ich leide an Herzstolpern, es macht mir Angst, kardiologisch ist aber alles in Ordnung!
Neben den hormonellen Schwankungen (Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst das vegetative Nervensystem, das für die Regulation von Herzschlag und Blutdruck zuständig ist), steht die herabgesetzte Stressresistenz im Vordergrund. Es ist nicht so, dass wir nicht mehr belastbar sind, aber wir müssen unsere Grenzen wahren. Außerdem sehe ich häufig Schilddrüsenstörungen durch die unser Herz aus dem Takt geraten kann, oder Nährstoffmängel, wie Vitamin B12, Eisen, Magnesium und Kalium.
Ich habe ständig Heißhunger und nehme zu, obwohl ich nicht mehr esse, als früher!
Die Fettverteilung ändert sich und wir bekommen die typische „Apfelform“ – Bauchfett. Zudem geht die Muskelmasse zurück (sie verbrennen Kalorien). Unser Blutzucker schwankt stärker (Heißhungerattacken). Die Schilddrüse verbrennt möglicherweise nicht mehr so stark und durch stressbedingte Cortisolspitzen hält der Körper an unserem Fett als Notration fest. Und vor allen Dingen führen ständige Schlafstörungen dazu, dass ein Hormon (Ghrelin) ausgeschüttet wird, was den Appetit anregt. Und denken wir auch daran, dass unser Zyklus früher täglich ca 250-300 kcl. verbraucht hat, das müssen wir nun einsparen oder mittels Sport verbrennen müssen.
