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Wenn Sex auf einmal keine Lust mehr macht

Was bei Männern in der Midlife-Crisis allgemein bekannt und akzeptiert ist, wird für Frauen oftmals unter den Teppich gekehrt, nämlich dass auch sie sexuelle Interessen und Bedürfnisse bis ins hohe Alter hinein haben.

 

Ich freue mich, dass Frauen offen über Ihre sexuellen Bedürfnisse im Alter sprechen und mich baten, dieses Thema einmal in meinem Blog aufzugreifen. Sehr gern.

 

Sie berichten, dass zwar die Lust auf den klassischen Geschlechtsverkehr abnimmt, aber Zärtlichkeit und Bestätigung ihrer Attraktivität zunimmt – „Qualität statt Quantität“.

 

Während es in „jungen“ Jahren sehr häufig insbesondere um Leistung, Sexpraktiken, Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit ging, und nicht selten Dinge machte, die man in Wirklichkeit gar nicht mochte oder Gefühle heuchelt, die man vielleicht gar nicht empfindet, wandelt sich der Sex im Alter. Durch die gewonnene Freiheit (kein Verhütungsdruck, keine Kinder im Haus etc.) erleben Frauen um die 50 den Sex intensiver und lustvoller als je zuvor.

 

Aber was ist, wenn die Hormone dazwischen funken?

 

Die Hindernisse hängen u.a. mit dem Rückgang der Geschlechtshormone in den Wechseljahren zusammen (andere Faktoren wie Schilddrüsen- und Nebennierenstörungen, chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck etc. spielen natürlich auch eine Rolle und werden in meiner ganzehitlichen Behandlung selbstverständlich berücksichtigt).

 

Der Mangel an Östrogen führt häufig zu trockener Scheide, Stimmungsschwankungen, peinlichen Hitzewellen und fehlendes Begehren. Eine wichtige, oft vernachlässigte Rolle spielt das Testosteron. Sein Abfall reduziert die Lust, die männliche Aggressivität und das Verlangen nach körperlicher Befriedigung. Ein Speicheltest gibt Aufschluss.

 

Operationen wie z.B. die Entfernung der Gebärmutter verringern bei vielen Frauen das Lustempfinden. Das Gefühl, dass ein Organ entfernt worden ist, welches im Leben der Frau doch eine wichtige Rolle spielt, setzt vielen Frauen auch seelisch zu. Einige Patientinnen haben erzählt, dass auch schlecht geheilte bzw. genähte Dammschnittnarben das Lustempfinden massiv reduzieren, da diese Narben besonders wieder in den Wechseljahren massive Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs machen (an Narbenentstörung denken).

 

In einem vorherigen Beitrag über Scheidentrockenheit können Sie sich Anregungen holen, wenn Sie davon betroffen sind. Aber auch bei Stimmungsschwankungen und Stress erhalten Sie in meiner Praxis die richtige Behandlung, z.B. mit Hilfe von Aromaölen (Basilikum, Wildrose, Zimt), Bachblüten oder Homöopathie.

 

Heute möchte ich Ihnen drei sanfte Sex-Helfer aus der Natur vorstellen:

 

Damiana – Turnera diffusa

 

Damiana

 

Die südamerikanische Heilpflanze Turnera diffusa wirkt nicht nur gegen Anspannung und Ängste, sondern soll Mann und Frau mehr Freude am und Durchhaltevermögen beim Sex bescheren. In Südamerika werden die Blätter heute noch zu einem speziellen Tabak verarbeitet – dem Indianertabak – der zur Entspannung, Stimmungsaufhellung und Verbesserung der Libido geraucht wird.

Auch die Homöopathie setzt Damiana traditionell bei Erschöpfung und sexueller Unlust ein. Dass Damiana jedoch eine pflanzliche Alternative zu synthetischen Potenzmitteln wie Viagra und Co.. für den Mann oder Flibanserin (siehe meinen Post in Facebook) für die Frau sein könnte, ist tatsächlich neu. Heute ist wissenschaftlich belegt, dass die Inhaltsstoffe durchblutungsfördernd auf die Geschlechtsorgane, aphrodisierend, belebend und anregend auf die Schleimproduktion (vaginale Trockenheit aber auch bei lösend bei Husten) wirken.

 

Yohimbin – Vorsicht explosiv

 

Yohimbin sensibilisiert die weiblichen Geschlechtsorgane und fördert die Durchblutung im Becken. Yohimbin kommt aus Westafrika und ist ebenfalls für seine aphrodisierende Wirkung bekannt, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das Kraut bzw. die Rinde wird heute oft bei psychisch verursachter Impotenz eingesetzt. Die Wirkung setzt normalerweise ungefähr 15 bis 45 Minuten nach Einnahme ein und hält für etwa zwei Stunden an. Da Yohimbin ein Enzym in der Leber hemmt, das für den Abbau giftiger Substanzen verantwortlich ist, sollte für den Zeitraum der Einnahme auf alkoholische Getränke, reife Käsesorten, Bananen, Sauerkraut, Ananas und Schokolade verzichtet werden. Es schützt darüberhinaus die Arterien gegen Verstopfung.

 

Maca – das Potenzmittel aus den Anden
Die Maca-Wurzel wirkt energiespendend und kräftigend. Maca hilft auch sehr gut gegen Müdigkeit und Energiemangel. Maca kommt aus Peru, dort nehmen viele Frauen Maca ein, um ihre Sexualität zu verbessern oder um ihre Wechseljahrsbeschwerden (insbesondere Angstzustände und depressive Verstimmungen) in den Griff zu bekommen. Maca hat eine adaptogene Wirkung, d.h. es hilft dem Organismus besser mit Stress umzugehen. Einnahmezeitraum mind. 4 Wochen.

Mittlerweile hat Maca auch einen großen Stellenwert in der ganzheitlichen Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch. Fragt man nach Möglichkeiten, um die Spermaqualität zu verbessern, weiß die Schulmedizin kaum Rat. Maca jedoch stellt hier – neben einer insgesamt gesunden und vitalstoffreichen Ernährungs- und Lebensweise – einen natürlichen Weg dar, nicht nur die Größe und Anzahl, sondern auch die Beweglichkeit der Spermien zu erhöhen.

 

Bei Fragen zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen fragen Sie bitte Ihre Heilpraktikerin auch bei freiverkäuflichen „natürlichen“ Mitteln.

 

Ich wünsche Ihnen ein erfülltes Sexleben.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. „Was bei Männern in der Midlife-Crisis allgemein bekannt und akzeptiert ist, wird für Frauen oftmals unter den Teppich gekehrt, nämlich dass auch sie sexuelle Interessen und Bedürfnisse bis ins hohe Alter hinein haben.“

    Wird denn allgemein auch akzeptiert, wenn Männer und Frauen KEINE Lust mehr am Sex haben? Mir scheint, dass das weniger der Fall ist und hier gleich ein Therapiebedarf gesehen wird. Ich sehe als FREIHEIT des Individuums an, zu entscheiden, ob man Lust auf Sex hat oder nicht und dementsprechend auch zu leben. Es gibt auch ohne Sex ein lebenswertes Leben voller schöner Dinge und Erlebnisse. Niemand muss sich einreden lassen, „krank“ zu sein, weil er keine Lust auf Sex hat! Im Gegenteil: Man sollte dazu stehen, denn es ist absolute PRIVATSACHE!!!

    1. Liebe Leserin, ich freue mich über Ihren konstruktiven Beitrag. Danke für die Offenheit. Natürlich begrüsse ich die Freiheit des Individuums und unterstütze meine Patientinnen daher auch auf dem Weg zu mehr Lebensqualität, mehr Selbstbestimmtheit und nicht gegen Ihre eigenes Wohl-Seins. Mein Vertrauen, die loyale, wertschätzende Atmosphäre in meiner Praxis schätzen die allermeisten Frauen sehr.

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