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Schmerz, was willst du mir sagen?

Schmerz ist keine Krankheit, sondern eine überlebensnotwendige Empfindung, die uns vor äußerem und innerem Schaden schützen und zur Schonung für die Zeit der Heilung bewegen soll.

 

Ein chronischer Schmerz hat sich von seinem Ursprung abgekoppelt und überdauert diesen sogar. Der Mensch leidet massiv und seine Lebensqualität wird stark eingeschränkt. Das „normale“ Leben ist kaum mehr möglich.

Egal ob Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen, jeder Mensch erlebt einen ganz individuellen Schmerzcharakter. Manche Reize können wir besser, manche schlechter ertragen. Der Schmerz ist ein Hilferuf von Organ oder Psyche. Wenn dieser durch Schmerzmittel überlagert wird, ohne dass die Ursache gefunden wurde, kommt es irgendwann zu „Stellvertreter-Beschwerden“. So wird die Uraschensuche immer schwerer. Es ist wichtig, dass ein guter Therapeut erkennt, ob ein Risikopatient vor ihm steht, der zur Chronifizierung neigt, um frühzeitig die ganzheitliche Behandlung einzuleiten.

 

Da ich ausschließlich Frauen in meiner Praxis behandle, kann ich sagen, dass das weibliche Geschlecht Schmerzen früher und deutlicher als das Männliche wahrnimmt und diese auch äußern kann. Was in der Gesellschaft als Schwäche gedeutet wird, hilft mir, als Therapeutin, die Ursachen schneller zu erkennen. Schulmediziner verordnen Frauen häufiger Schmerzmittel, Antidepressiva und Schlafmittel.

 

Betrachten wir die unterschiedlichen Modelle: Mann und Frau. Tatsächlich reagiert das Nervensystem bei Frauen aktiver als bei Männern, d.h. die Schmerzsensoren sind „sensibler“ eingestellt.

 

Einen wesentlichen Einfluss auf Schmerzprozesse haben Hormone. Östrogen und Progesteron scheinen modulierende Effekte zu zeigen. Bei Testosteron wird sogar von einer anti-schmerzhaften Wirkung gesprochen. Bei schmerzhafter Regelblutung finde ich parallel oft einen verschobenen Hormonspiegel.

 

Gerade bei Menstruationsschmerzen spielen Lernmechanismen eine große Rolle. Frauen, die von ihren Müttern oder Freundinnen erfahren haben, dass die Regelblutung per se schmerzhaft ist und mit einem sozialen Rückzug verbunden ist, bilden zusätzlich ein gespaltenes Verhältnis zum Frau-sein aus. Häufig greifen diese Frauen dankend zur „Pille“. Frauen werden in den Wechseljahren erneut mit „ihrem“ Frauenbild konfrontiert, welches mit häufigen Beschwerden, wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Blasenentzündungen auf psychosomatischer Ebene in engem Zusammenhang steht.

 

Übrigens: Seelischer Schmerz wird in der gleichen Hirnregion wahrgenommen wird wie Körperlicher. Bohrt der Zahnarzt ohne Betäubung, nimmt der somatosensorische Cortex im Gehirn diesen schmerzenden Reiz auf und verarbeitet ihn. Die gleiche Hirnregion wird z. B. auch aktiv, wenn wir einen emotionalen Schmerz verarbeiten müssen. Erneuter Auftritt der Hormone: Das Gehirn nutzt Serotonin und Noradrenalin um Schmerzsignale zu empfangen und zu verarbeiten, beide Botenstoffe regulieren und steuern aber auch die Stimmung eines Menschen…

 

Frauen überlagern ihren Schmerz häufig in einer Depression. In der Psychosomatik heißt das „Gestaltwandel seelischer Störungen“. Wird nur Psychopharmaka gegeben, bleibt der Krankheits-Schmerz-Urzustand erhalten und breitet sich im Inneren weiter aus.

 

Nehmen Sie Ihre Schmerz-Symptome ernst und fragen Sie sich „Was will mir der Körper damit sagen? Wo braucht er Hilfe?“ Gerne bin ich Ihnen bei der Suche behilflich.

 

Wichtiges aus der Gender-Medizin: Die Dosierung von Schmerzmitteln muss auf das Geschlecht angepasst werden. Frauen verstoffwechseln Medikamente nicht nur anders (Leberenzyme) als Männer, sie haben auch eine andere Körperfettverteilung, die Medikamente unterschiedlich einlagert.

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