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Labordiagnostik in den Wechseljahren

 

Die meisten Menschen lassen sich erst ein Blutbild bzw. einen Check-up beim Arzt machen, wenn Symptome auftreten. Das Blut gibt uns nicht nur wichtige Hinweise auf die Ursachen von Krankheiten sondern zeigt bereits Mangelerscheinungen an. Die Schulmedizin handelt meistens erst, wenn Beschwerden vorhanden sind, die Heilpraktiker versuchen es gar nicht erst zu einer Krankheit werden zu lassen.

 

Wussten Sie dass im alten China die Ärzte nur bezahlt wurden, wenn der Patient gesund bzw. gar nicht erst krank wurde. Es wäre doch erstrebenswert, schon mehr in seine Gesundheit zu investieren, als in seine Krankheit.

 

Da immer wieder viele meiner Patientinnen mit Laborergebnissen in die Praxis kommen, die so keine treffende Aussage bieten, stelle ich heute für Sie eine Empfehlungsliste zusammen, exklusiv für Frauen in den Wechseljahren. Mit diesen Parametern haben Sie eine gute Ausgangsbasis für die richtige Therapie bzw. erhalten Sie eine treffende Aussage zu Ihrem Gesundheitsstand. Und in diesem Alter ist das wichtiger den je.

 

Und noch etwas, das mir am Herzen liegt: Lassen Sie sich keine Hormone verschreiben ohne vorher eine Hormonbestimmungen durchführen zu lassen (auch gerne schmerzlos durch eine Speichelprobe in meiner Praxis). Die Erfahrung zeigt, dass oft anfangs viel zu hohe Hormondosen verordnet werden. Ich handele lieber nach dem Motto „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“

 

Hormonbestimmung: FSH, LH, Östradiol, Progesteron, Testosteron, DHEA-S (wenn möglich um den 21. Zyklustag)

 

Typisch für die Wechseljahre ist ein Abnehmen des Östrogenspiegels (Versiegen der Hormonproduktion in den Eierstöcken), während die Mengen der Hormone LH und FSH  zunehmen. Ein abnehmender Östrogenspiegel allein ist nicht ausreichend für eine sichere Diagnose. Zu Beginn des Klimakteriums sind meist FSH und Östradiol erhöht. Sind keine Veränderungen zu erkennen und liegen dennoch klimakterische Beschwerden vor, sollte eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion ausgeschlossen werden. Die Schilddrüse kann klimakterische Beschwerden vortäuschen, und das ist gar nicht so selten.

Deshalb empfehle ich, die Werte gleich mitbestimmen zu lassen:

Schilddrüsenhormone: TSH basal, fT3, fT4

 

Nährstoffprofil:

  • Vitamin D3 (hat eine Schlüsselfunktion für unsere Gesundheit unter anderem für den Knochenstoffwechsel, Stimmungsschwankungen, Haarausfall)
  • Selen (wichtig für die Entgiftung der Zellen, aktiviert Schilddrüsenhormone, kann Krebs vorbeugen)
  • Calcium (Knochenstoffwechsel, aktiviert Hormone)
  • Natrium (Wichtig für den Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalt, für Nervenimpulse und Muskelaktivität )
  • Kalium (Wichtig für die Weiterleitung von Impulsen bei Muskeln, Nerven und Zellen)
  • Holotranscobalamin = Vitamin B12 (für die Blutbildung, Nervenschützend)
  • Zink (schützt die Degeneration der Augen, sorgt für ein funktionierendes Immunsystem)

 

Großes Blutbild:

Erythrozyten, die roten Blutkörperchen liefern den Sauerstoff für alle

Leukozyten (inklusive aller Unterarten), die weißen Blutkörperchen geben Hinweise auf bakterielle, virale und parasitäre Infektionen

Blutplättchen, die Thrombozyten werden zur Wundversorgung benötigt

Hämatokrit zeigt wie dick- bzw. dünnflüssig das Blut ist)

Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, der Sauerstoff binden kann

 

Eisenhaushalt: SerumEisen + Ferritin + Transferrin

 

Entzündungsparameter: CRP (C-reaktive Protein) markiert frühzeitig Entzündungen

 

Nüchternblutzucker: Check auf Diabetes Typ II, der sich gerne in Zeiten großer Hormonschwankungen erstmals ausbilden kann

 

Leber-/Gallewerte: GOT, GPT, gamma-GT und AP (Alkalische Phosphatase), wir haben alle schon einige Jahre hinter uns, außerdem wird die Leber stark in Anspruch genommen, wenn lange Jahre Hormone eingenommen werden.

 

Nierenwerte: Kreatinin, Cystatin C, Harnstoff, auch die Nieren unterliegen Alterserscheinungen

 

Gegebenenfalls bei Verdacht bzw. Risikopatientinnen:

Arteriosklerose-Parameter: Cholesterin gesamt, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Homocystein sowie Harnsäure (Gicht)

 

Viele der Laborwerte sind s.g. IGEL-Leistungen, also individuelle Gesundheitsleistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Schade, dass immer erst ein Krankheitsfall vorliegen muss, damit die Kassen bezahlen.

 

Verlangen Sie von Ihrem Arzt immer eine Kopie der Laborwerte. Lassen Sie sich nicht abspeisen mit Aussagen, wie „ist alles in Ordnung“. Oft zeigen sich schon Mangelsymptome, die NOCH keine Beschwerden verursachen. Vorsorge ist bequemer als eine langwierige Behandlung.

 

Gerne bespreche ich mit Ihnen „unklare“ Befundberichte sowie die dazugehörigen Therapiekonzepte bzw. Medikamente und deren Wechselwirkungen.

 

Trotz aller diagnostischer Möglichkeiten, steht für mich die Frau und Ihr Wohlbefinden im Vordergrund = der Mensch steht über den Laborwerten.

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