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Die tägliche Schlacht unseres Immunsystems – Teil 1

 

Ich bewundere die sorgfältigen Schlachtpläne, die verschiedenen Kampfmethoden, die geschulten Wächter unserer Abwehr, von denen einige sogar ihr „Leben“ dafür geben, unseren Körper zu schützen. Meine Schüler im Fach Immunologie ziehen an dieser Stelle meist den Vergleich: „Das ist ja wie im Krieg.“ – „Ja, ein bisschen schon…“

 

Vorweg genommen, das Wissen über unser Immunsystem steckt in den Kinderschuhen und nur wenig ist bisher über die einzelnen Abläufe und ihre Zusammenhänge erforscht. Heute sprechen wir sogar schon von mehreren Immunsystemen. Hierzu zählen der hormonelle Kreislauf und die Psyche. Das Fachgebiet nennt sich Psychoneuroendokrinologie.

Oder nehmen wir zum Beispiel die zelluläre Abwehr mit ihren Phagozyten. Sie fressen alles, was ihnen verdächtig erscheint, selbst wenn es ihr eigner Tod bedeutet. Oder die lernfähigen T-Zellen, die im Thymus auf ihre Gegner vorbereitet werden. Alle gehören zu den Leukozyten, von denen täglich ca. 1 Million geboren werden. Darüber hinaus verfügen wir über Immunglobulinen, Zytokinen, Lymphozyten u.v.m.

Mineralien und Spurenelemente spielen in diesem System eine Schlüsselrolle, denn sie greifen als Co-Faktoren und Katalysatoren in das Geschehen ein. Sie steuern die Stoffwechselvorgänge und stellen wirksame Transportsysteme zur Verfügung, damit auch alle Kämpfer fit und sicher zum Kriegsschauplatz gelangen. Ohne eine ausreichende Versorgung schwächelt die Abwehr ganz massiv.

 

 

Wovor schützt uns denn unser Immunsystem eigentlich?

Vor dem Eindringen fremder Stoffe (Eiweiße) oder Erreger, die einen Wirt suchen.
Die erste Barriere bildet unsere Haut/Schleimhaut. Mit mehreren Schichten und konstanten ph-Werten verhindert sie jegliches Eindringen. Nur allzu oft schädigen wir den Schutzwall und er öffnet sich an manchen Stellen. Entzündungen und Allergien können sich ausbilden.

Die größte Barriere bildet unser Verdauungskanal. Vom Mund bis zum After schützt uns die riesige Schleimhautoberfläche vor dem Eindringen diverser Fremdstoffe ins Körperinnere. Hier herrschen besondere Umstände, denn die Helfer dürfen wichtige Eiweiße nicht abwehren. Sie spalten diese auf, sorgen für die Aufnahme (Resorption) und andere setzen sie zu körpereigenem Eiweiß wieder neu zusammen. Diese reibungslose Zusammenarbeit bietet den größten Schutz vor Allergien. Wenn das System geschädigt ist, d.h. die Schleimhaut durchlässig geworden ist, gelangen diese Eiweiße ins Innere vor und lösen über den Darm eine Unverträglichkeitsreaktion aus.

Ein anderer Schauplatz ist die Lunge. Auf seiner Oberfläche darf überhaupt kein Eiweiß aufgenommen werden, sondern bitte schön nur Sauerstoff. Gelangen Pollen oder andere organische Substanzen mit der Luft in die Lunge, werden diese sanft hinaustransportiert. Ist diese Barriere geschädigt, beginnt ein anderer Versuch im Abwehrkampf. Nämlich mit der Bildung von Schleim, Schwellung und Entzündung. Das nennen wir allergisches Asthma.

 

 

Dieser kleine Einblick soll Ihnen zeigen, dass unser System fein aufeinander abgestimmt ist, jeder seine Aufgabe hat und alle untereinander vernetzt sind. Aber das System ist auch sehr sensibel und braucht ab und zu Pflege.

 

 

Abwehrschwäche…
… wird schon im Kindesalter erworben. Es gibt Kinder, die Infekte „sammeln“. Wohlmeinend verordnen Ärzte Antibiotika, entfernen so genannte Immun-Kompetenzzentren wie Blinddarm und Mandeln. Eltern senken ängstlich jedes Fieber umgehend mit Medikamenten. So verhindert sie den Aufbau und den wichtigen Lernprozess unseres Abwehrsystems. Das Training wird abgebrochen. Stellen Sie sich vor, Ihre Muskeln werden nicht gefordert, nicht trainiert. Sie verkümmern. Gehen wir irgendwann unmöglich.

 

 

Fehler im System
Das eigene System irrt sich. Es kämpft gegen den Falschen, nämlich gegen den eigenen Körper. Eine Autoimmunerkrankung wird geboren.  Die Abwehr schießt über das Ziel hinaus. Die Schulmedizin sieht hier nur eine Lösung – die Unterdrückung des Systems. Und die Wirkung ist erleichternd – für den Moment. In einer Fachzeitschrift las ich vor einiger Zeit einen interessanten Denkansatz. Der Autor sagte, „es könne doch auch sein, dass die Überreaktion durch ein zu schwaches Immunsystem bedingt sei. So wie es zum Beispiel bei einer Herzschwäche auch zu Herzrasen kommen kann. Oder schwache Menschen häufig aggressiv reagieren.“ Die Fragen sind berechtigt, vielleicht sollte das Immunsystem an dieser Stelle eher gestützt werden.

 

In Teil 2 erzähle ich Ihnen etwas zum Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz. Verpassen Sie nichts und abonnieren Sie einfach und unverbindlichen meinen Blog.

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